Unibudget: Karl will elf Prozent mehr

In den vergangenen Monaten hat Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) die Universitäten angesichts der Budgetkonsolidierung auf eine Stagnation ihrer Budgets ab 2013 vorbereitet. Nun will sie offenbar für mehr Geld kämpfen und meldet einen zusätzlichen Finanzbedarf von mindestens 250 Millionen Euro pro Jahr ab 2013 an, andernfalls müssten Unis geschlossen oder Professoren entlassen werden.

Dieser von Karl genannte Finanzbedarf würde bei den jeweils drei Jahre geltenden Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Bund in Summe 750 Mio. Euro für die Jahre 2013 bis 2015 bedeuten - oder rund elf Prozent mehr als in der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode 2010 bis 2012.

In der derzeit laufenden Leistungsvereinbarungsperiode (2010-2012) erhalten die Unis rund 6,51 Milliarden Euro - das ist laut Daten des Ministeriums ein Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber der vorangegangenen Periode (2007-2009), die wiederum einen Zuwachs von rund zwölf Prozent gegenüber 2004 bis 2006 einbrachte.

Größter Zuwachs für Kunstuni Linz

Den höchsten Zuwachs für die Leistungsvereinbarungsperiode 2010 bis 2012 verzeichnete die Kunstuni Linz mit einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2007 bis 2009, gefolgt von der Universität für Bodenkultur (Boku) mit plus 18 Prozent und der Uni Linz (plus 14 Prozent). Am geringsten waren die Zuwächse an der Uni Salzburg sowie der Medizin-Uni Innsbruck und der Uni Innsbruck (je plus sieben Prozent).

Der von Karl angemeldete Finanzbedarf übersteigt übrigens deutlich jene Einnahmen, welche die Universitäten durch Studiengebühren lukrieren konnten, bevor diese de facto abgeschafft wurden. Als Kompensation für die Streichung der Gebühren erhielten die Unis 150 Mio. Euro pro Jahr. Soll also der Finanzbedarf von 250 Mio. Euro vollständig durch Studiengebühren abgedeckt werden, müssten diese wohl deutlich höher sein als die bisherigen 363,36 Euro pro Semester.

Publiziert am 08.09.2010