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„Afghanische Angelegenheit“

Angesichts der Krise der afghanischen Kabul Bank haben die USA Berichte zurückgewiesen, wonach das unter Korruptionsverdacht stehende Finanzinstitut mit US-Steuergeldern gestützt werde. Es handele sich um „eine afghanische Angelegenheit“, erklärte die Regierung am Wochenende in Washington.

Die US-Regierung leiste der afghanischen Regierung zwar „technische Hilfe“, erklärte Vizefinanzminister Neal Wolin. Es würden aber keine US-Steuergelder zur Stützung der privaten Kabul Bank, des größten Bankhauses des Landes, verwendet. Die afghanische Regierung habe schnell Maßnahmen eingeleitet, „um die Stabilität der Kabul Bank sicherzustellen und die finanziellen Einlagen des afghanischen Volkes zu schützen“.

Gerüchte über Stützung

Die „New York Times“ berichtete, die afghanische Zentralbank schließe Vereinbarungen über eine Stützung der Kabul Bank. Die „Washington Post“ schrieb am Freitag, das US-Finanzministerium habe ein Beraterteam nach Kabul entsandt, um bei der Beilegung der Bankenkrise behilflich zu sein.

US-Zeitungen, darunter die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“, hatten am Mittwoch berichtet, die afghanische Zentralbank habe die zwei obersten Führungskräfte der Kabul Bank abgesetzt. Den Aufsichtsratsvorsitzenden Scher Khan Farnud habe die Zentralbank aufgefordert, Luxusgüter im Wert von 160 Millionen Dollar (125 Millionen Euro) zurückzugeben, die er in Dubai für sich selbst und Freunde gekauft haben soll.

Der Gouverneur der afghanischen Zentralbank, Abdul Kadir Fitrat, erklärte hingegen, Farnud und Vorstandschef Khalilullah Frozi seien freiwillig zurückgetreten, weil Anteilseigner der Bank neuen Vorgaben zufolge nicht mehr gleichzeitig Führungspositionen in dem Geldhaus innehaben dürften.

„Kein wirkliches Problem“

Der Sprecher des afghanischen Finanzministeriums, Aziz Schams, betonte unterdessen gegenüber AFP, entgegen der Gerüchte habe die Kabul Bank „kein wirkliches Problem“. „Wir unterstützen die Bank, und wir haben nicht die Sorge, dass sie zusammenbrechen wird.“

Dennoch wird in der US-Presse darüber spekuliert, dass eine Liquiditätskrise der Kabul Bank die Stabilität des afghanischen Finanzsystems erschüttern und die radikalislamischen Taliban im Land stärken könnte. Der Vizekommandeur der NATO-Truppe ISAF, Nick Parker, erklärte, die afghanischen und ausländischen Soldaten seien auf jede mögliche Sicherheitsbedrohung infolge der Bankenkrise vorbereitet.

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Publiziert am 08.09.2010