Barroso hält an Handelskommissar fest

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hält trotz der Rücktrittsforderung einer jüdischen Organisation an seinem Handelskommissar Karel de Gucht fest. Barroso betrachte die Angelegenheit um De Guchts Äußerungen über Juden „als erledigt“ an, sagte ein Sprecher der EU-Behörde heute in Brüssel.

De Gucht, der früher Außenminister Belgiens war, hatte in der vergangenen Woche in einem Interview Juden pauschal als rechthaberisch charakterisiert. „Es ist nicht einfach, selbst mit gemäßigten Juden, eine rationale Diskussion über die aktuellen Vorgänge im Nahen Osten zu führen“, lautete eine Aussage des Interviews.

Der Vorsitzende des Koordinierungsausschusses der jüdischen Organisationen in Belgien, Maurice Sosnowski, forderte in einem Interview mit der Brüsseler Tageszeitung „Le Soir“ (Mittwoch-Ausgabe), Barroso müsse De Gucht entlassen. De Guchts Äußerungen seien antisemitisch. De Gucht hatte bereits bedauert, dass seine Äußerungen in einer von ihm unbeabsichtigten Weise interpretiert worden seien.

Publiziert am 08.09.2010