Aufruf zu neuen Pensionsprotesten in Frankreich

Trotz einiger Zugeständnisse von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy lassen die Gewerkschaften in Frankreich bei ihren Protesten gegen die geplante Pensionsreform nicht locker: Sechs Gewerkschaften riefen gestern zu einem neuen Protesttag für den 23. September auf, nachdem zuletzt mehr als eine Million Menschen auf die Straße gegangen waren.

Die Gewerkschaften wollen einer gemeinsamen Erklärung zufolge den 23. September zu einem „großen Streik- und Demonstrationstag“ machen. Zuvor soll bereits am 15. September, dem Tag der Abstimmung in der französischen Nationalversammlung, mit Aktionen bei den Abgeordneten und Regierungsmitgliedern protestiert werden. Die Gewerkschaften, darunter die großen CGT und die CFDT, wiesen auch die von Sarkozy angebotenen Änderungen an der Reform zurück. Sie erklärten nach einem Treffen in Montreuil bei Paris, die Ankündigungen der konservativen Regierung würden nichts am „ungerechten und inakzeptablen Wesen“ der Reform ändern.

Sarkozy hatte zuvor erklärt, dass er am Kern seines Projekts, der umstrittenen Erhöhung des Pensionseintrittsalters von 60 auf 62 Jahre, grundsätzlich nicht rütteln lassen wolle. Frankreich hat mit 60 Jahren EU-weit das niedrigste Pensionseintrittsalter. Die volle Pension wird nach einer Beitragszeit von 40 Jahren ausbezahlt.

Publiziert am 08.09.2010