ÖBB-Aufsichtsrat berät Probleme mit Cargo und Beratern
Der Aufsichtsrat der ÖBB Holding beschäftigt sich heute mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Bereits im Vorfeld hatte der „Kurier“ von einem drohenden dreistelligen Millionenverlust berichtet. Die Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria, gebeutelt durch die Folgen der Wirtschaftskrise für den Güterverkehr, und deren mit Strukturproblemen kämpfende ungarische Cargo-Tochter sollen das Ergebnis besonders belasten. Auch eine Kartellstrafe wegen eines Verfahrens im Speditionsbereich, die über 400 Mio. Euro ausmachen könnte, wird befürchtet.
Die Belastung durch hohe Kosten für externe Berater werde ebenfalls beim Aufsichtsrat diskutiert, hieß es am Rande der Sitzung heute zur APA. Für mediale und politische Kritik hatten die hohen Beraterkosten für Anwälte und Lobbyisten gesorgt. Der seit Juni amtierende ÖBB-Chef Christian Kern hat bereits angekündigt, er wolle die Kosten für externe Beratungsleistungen deutlich senken. Im vergangenen Jahr hatten die ÖBB rund 14 Mio. Euro für externe Rechtsberatung ausgegeben. Spätestens im Geschäftsjahr 2011 sollen sich diese Kosten halbiert haben.
Publiziert am 09.09.2010