Frankreich streicht Kinderbeihilfe für Schulschwänzer

Den Eltern von Schulschwänzern wird in Frankreich künftig keine Kinderbeihilfe mehr gezahlt. Der Senat verabschiedete gestern Abend eine entsprechende Maßnahme.

Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich für die Initiative stark gemacht und den Kampf gegen das „Krebsgeschwür“ des Schwänzens als „absolute Priorität“ bezeichnet. Bildungsminister Luc Chatel nannte die Streichung der Kinderbeihilfe ein „letztes Mittel“ bei Eltern, die ihre Kinder nicht unter Kontrolle hätten.

„Populistische Maßnahme“

Die französische Opposition kritisierte die Entscheidung. Es handle sich um eine „populistische und aggressive Maßnahme“, die sich gegen die ärmsten Familien richte, sagte Marie-Christine Blandin von den Grünen. Wenn ein Kind mindestens vier halbe Tage pro Monat unentschuldigt fehlt, muss der Schulleiter das der Schulaufsicht melden. Es folgt dann eine Warnung an die Familie. Falls das Kind im nächsten Monat dann wieder ohne Entschuldigung wegbleibt, wird die Kinderbeihilfe gestrichen.

Publiziert am 16.09.2010