WikiLeaks-Gründer erwägt Umzug in die Schweiz

Der Gründer der Internetenthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, erwägt nach eigenen Angaben eine Niederlassung in der Schweiz.

In einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehsender TSR antwortete er am Donnerstag auf die Frage, ob er samt seiner Website in die Schweiz ziehen wolle, das sei eine „realistische Möglichkeit“, man sei dabei, diesen Schritt ernsthaft zu prüfen.

Auf die Frage, ob er in der Eidgenossenschaft einen Antrag auf Asyl stellen könnte, sagte der Australier: „Das ist richtig. Wir überlegen, ob ich Asyl beantragen sollte.“ WikiLeaks prüfe derzeit zudem die Möglichkeit der Gründung einer Stiftung, mit der die Website von der Schweiz aus agieren könne. Die Schweiz und Island seien die einzigen westlichen Länder, in denen sich WikiLeaks sicher fühle.

WikiLeaks vs. Pentagon

WikiLeaks hatte Ende Oktober weltweit Aufsehen erregt, als es fast 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg veröffentlichte. Assange berichtete nach der Veröffentlichung, er sorge sich um seine Sicherheit. Auch in Genf sagte er, WikiLeaks-Mitarbeiter und Menschen aus dem Umfeld der Plattform fühlten sich vom Pentagon „bedroht“.

Im Oktober hatten die schwedischen Behörden Assange die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis entzogen, nachdem er im August unter Vergewaltigungs- und Belästigungsverdacht geraten war. Assange sprach von „falschen Anschuldigungen“, hinter denen seine Gegner stünden.