US-Regierung sperrt Zugang zu WikiLeaks
Die US-Regierung sperrt ihren Beamten den Zugang zur Enthüllungswebsite WikiLeaks. Das Weiße Haus wies Ministerien und Bundesbehörden gestern (Ortszeit) an, den Aufruf des Internetportals von Regierungscomputern zu verhindern. Die jüngste Veröffentlichung von vertraulichen und geheimen Dokumenten des US-Außenministeriums habe der nationalen Sicherheit Schaden zugefügt, erklärte die Abteilung für Management und Budget (OMB) des Weißen Hauses.
Trotz der Veröffentlichung auf WikiLeaks seien die betroffenen Schriftstücke weiter nicht für den öffentlichen Zugang bestimmt und müssten deshalb entsprechend geschützt werden.
WikiLeaks: „Endzeit“ für Meinungsfreiheit
Umgesetzt wurde die Sperre auch von der Bibliothek des US-Kongresses. Kommunikationschef Matt Raymond wies gestern Vorwürfe zurück, die Library of Congress betreibe damit Zensur. Die Bibliothek sei wie andere Bundeseinrichtungen zum Schutz von Regierungsdokumenten verpflichtet, schrieb Raymond in einem Internetblog der Bibliothek. Die Verbreitung der US-Dokumente durch WikiLeaks sei illegal.
WikiLeaks kritisierte die Sperre auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter als „Endzeit“ für die im ersten Zusatz zur US-Verfassung garantierte Meinungsfreiheit.
Assange meldet sich aus dem Untergrund
Mit den jüngsten Veröffentlichungen machte WikiLeaks-Gründer Julian Assange sich endgültig zum Staatsfeind Nummer eins. Die ganze Welt jagt den 39-Jährigen. Offiziell wegen zwei Vergewaltigungsfällen in Schweden, doch sein Anwalt zweifelt die Rechtmäßigkeit des internationalen Haftbefehls an. Im Livechat der britischen Tageszeitung „The Guardian“ meldete sich Assange nun selbst zu Wort und sprach über die Sinnlosigkeit, Australier zu sein, seine persönlichen Helden und wie es mit WikiLeaks weitergeht.
Mehr dazu in „Unsere Arbeit ist noch nicht beendet“
Publiziert am 04.12.2010