Proteste gegen Thilo Sarrazin in London

Der deutsche Ex-Bundesbanker und Bestsellerautor Thilo Sarrazin ist bei einem Auftritt in London auf massiven Widerstand gestoßen. Eine an der London School of Economics geplante Diskussionsrunde wurde gestern von der Hochschulleitung aus Sicherheitsgründen kurzfristig untersagt, so dass die Veranstalter in ein Hotel ausweichen mussten.

Zuvor gab es Proteste von Studenten, aus deren Sicht Sarrazins umstrittene Thesen zur Integration nicht zum Geist der Hochschule passen. Zudem hatte der britische „Independent“ über den „antisemitischen Banker“ berichtet, der alle Muslime als „Schwachköpfe“ bezeichnet habe.

Wortgefecht mit Student

Nach Verlegung der Diskussionsrunde fanden mehrere hundert Menschen - zum großen Teil Sarrazin-Kritiker - in den kleineren Räumlichkeiten keinen Platz. Als Sarrazin den Raum betrat, stürzte ein Student auf die Bühne und lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit dem ehemaligen deutschen Bundesbanker und Berliner Finanzsenator, den er als „Faschisten“ bezeichnete.

An der Diskussion mit Sarrazin nahmen auf Einladung der Deutschen Studentenvereinigung an der London School of Economics unter anderen die Publizisten Henryk M. Broder und Hellmuth Karasek teil.