EU-Kommissar will Körperschaftssteuer harmonisieren
EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta hält es für sinnvoll, die Unternehmensteuern in der Euro-Zone zu harmonisieren. „Wenn sich die 27 EU-Staaten hier nicht einigen können, dann sollte eine kleinere Gruppe von Ländern voranmarschieren“, sagte Semeta dem „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe).
Er stellte sich damit hinter den Vorstoß von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, die Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer in der EU anzugleichen.
Irland dagegen
Der irische Oppositionsführer Enda Kenny lehnte eine Anhebung der niedrigen Unternehmensteuern in Irland dagegen ab. „Wir haben der Kanzlerin klargemacht, dass aus unserer Sicht die Körperschaftssteuer von absolut fundamentaler Bedeutung für Irland ist“, sagte der Chef der Partei Fine Gael, der als möglicher Ministerpräsident nach der kommenden Wahl gilt, gestern nach einem Gespräch mit Merkel in Berlin.
Merkel und Sarkozy hatten gemeinsam Vorschläge für einen Pakt zur Stabilisierung der Euro-Zone vorgelegt. Dazu zählt auch, die Berechnungsgrundlagen für Unternehmenssteuern zu harmonisieren. Das Paket soll im März beim EU-Gipfel beschlossen werden.
Publiziert am 15.02.2011