D: Cyberabwehrzentrum startet am 1. April
Besorgt über zunehmende Bedrohungen aus dem Internet hat die deutsche Bundesregierung heute ein umfassendes Konzept zum Schutz von Computernetzen und kritischen Versorgungssystemen beschlossen.
Im Zentrum steht die Gründung eines Nationalen Cyberabwehrzentrums, das im Fall eines Angriffs aus dem Netz die Situation analysieren und den zuständigen Behörden Empfehlungen geben soll. Das Abwehrzentrum soll am 1. April seine Arbeit aufnehmen.
„Das Internet ist inzwischen eine kritische Infrastruktur geworden“, sagte Innenminister Thomas de Maiziere bei der Vorstellung der „Cyber-Sicherheitsstrategie für Deutschland“. „Wenn sie ausfällt, wird es kritisch für das Land. Es ist wie bei Strom und Wasser - wir sind darauf angewiesen, dass das Internet funktioniert.“ Das Netz müsse verfügbar sein, frei sein und sicher sein, betonte der Minister.
Behörden und Wirtschaft
Die Federführung für das Abwehrzentrum liegt beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Direkt beteiligt sind außerdem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Außerdem wirken das Bundeskriminalamt (BKA), die Bundespolizei (BPOL), das Zollkriminalamt (ZKA), der Bundesnachrichtendienst (BND) und die Bundeswehr sowie die jeweils zuständigen Ministerien mit.
Ein „Nationaler Cyber-Sicherheitsrat“ soll daneben die Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft verbessern. Vertreten sind das Bundeskanzleramt sowie das Auswärtige Amt, das Innenministerium sowie die Ministerien für Verteidigung, Wirtschaft, Justiz und Finanzen sowie die Länder. Wirtschaftsvertreter sollen als assoziierte Mitglieder dabei sein.
Publiziert am 23.02.2011