Fall Kampusch: Aktenteile werden zugänglich gemacht
Der Rechtsvertreter der im Fall Kampusch angegriffenen Staatsanwälte, der Wiener Anwalt Richard Soyer, hat gestern Abend wesentliche Aktenteile aus dem Entführungsfall veröffentlicht. Er wolle damit „abenteuerlichen Verschwörungstheorien“ entgegentreten, wie es in einer der APA übermittelten Presseerklärung hieß.
„Im Interesse gebotener sachlicher Information der Öffentlichkeit, vor allem aber auch der betroffenen jungen Frau, die auf diese Weise ein weiteres Mal zum Opfer gemacht wird, und schließlich im Sinne der von der Frau Bundesministerin für Justiz (Claudia Bandion-Ortner, Anm.) angestrebten Transparenz staatsanwaltlicher Entscheidungen stelle ich als Vertreter zu Unrecht angegriffener Staatsanwälte der Öffentlichkeit die wichtigsten Unterlagen aus dem Originalakt und zwei seinerzeit von Oberst (Franz, Anm.) Kröll versandte E-Mails - in denen bloß Daten dritter Personen anonymisiert wurden - zur Verfügung“, hieß es in der Erklärung.
Verdacht „nur gegen einen einzigen Täter“
Wie Soyer in seiner Presseerklärung betonte, ergebe sich aus den veröffentlichten Akten, „dass die Staatsanwaltschaften eng und vertrauensvoll mit den ermittelnden Polizeieinheiten kooperiert haben, umfangreichste Ermittlungen geführt wurden und allen sinnvollen Ermittlungsansätzen nachgegangen wurde“.
Es seien „sämtliche Ergebnisse eingehend bewertet“ worden. Am Ende habe sich der Tatverdacht „dennoch nur gegen einen einzigen Täter“ (nämlich den nach Natascha Kampuschs Flucht freiwillig aus dem Leben geschiedenen Entführer Wolfgang Priklopil, Anm.) gerichtet, so Soyer.
Publiziert am 24.03.2011