Datenschützer fordert Pressefreiheit für „Whistleblower“

Enthüllung von vertraulichen Informationen aus Politik und Wirtschaft durch „Whistleblower“ sollte nach Ansicht des deutschen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar unter dem Schutz der Pressefreiheit stehen. Allerdings müssten die nach dem Vorbild von WikiLeaks entstehenden Plattformen auch die Sorgfaltspflichten der Medien erfüllen, sagte Schaar am Donnerstag auf der Webkonferenz re:publica in Berlin.

Es bestehe die Gefahr, dass Informationen bewusst gestreut würden, um die Öffentlichkeit zu beeinflussen. „Ich bin sicher, dass sich da schon viele Gedanken machen, wie diese Plattformen zur Manipulation genutzt werden können“, warnte Schaar.

OpenLeaks als „eine Art Babyklappe“

Mehr als vier Monate nach Veröffentlichung der US-Botschaftsdepeschen durch WikiLeaks will die alternative Enthüllungsplattform OpenLeaks demnächst mit zunächst sechs Partnern starten. Ihr Gründer Daniel Domscheit-Berg sagte, die Technik sei mehr oder weniger fertiggestellt. Damit soll es möglich sein, Dokumente anonym einzureichen. Jetzt hoffe er, dass es in den nächsten Wochen losgeht.

Der WikiLeaks-Aussteiger Domscheit-Berg beschrieb die neue Plattform als „eine Art Babyklappe“, einen neutralen Dienst zur Vermittlung zwischen „Whistleblowern“ mit ihren Insiderinformationen und interessierten Medien oder Organisationen. OpenLeaks habe aus den Erfahrungen von WikiLeaks gelernt und wolle auf keinen Fall eine politische Agenda verfolgen.

Publiziert am 14.04.2011