Französische Presse: Über 10.000 Tote in Tripolis

Allein im Großraum Tripolis sind nach Einschätzungen französischer Diplomaten in den vergangenen drei Monaten bis zu 10.000 Menschen getötet worden. Machthaber Muammar al-Gaddafi betreibe in der libyschen Hauptstadt eine Politik der verbrannten Erde, berichtete die regierungsnahe französische Zeitung „Le Figaro“ heute unter Berufung auf diplomatische Kreise. Eine offizielle Bestätigung der Zahlen gab es zunächst nicht.

„Gaddafi will Schrecken verbreiten und jeden Aufstand im Keim ersticken“, zitiert das Blatt einen Diplomaten. Etwa 20.000 Menschen seien bereits festgenommen worden. Es reiche aus, den in Katar ansässigen Nachrichtensender al-Jazeera einzuschalten, um festgenommen zu werden.

Plünderungen und Vergewaltigungen?

Gaddafi benutze Häftlinge als menschliche Schutzschilde. In mindestens zwei Fällen seien Frauen auf Befehl vergewaltigt worden. Gaddafis Anhänger schreckten nicht einmal davor zurück, die Krankenhäusern zu plündern und zu verwüsten. So seien in manchen Krankenhäusern absichtlich Blutkonserven zerstört worden. Die Bevölkerung klage darüber, dass Telefongespräche abgehört würden. „Niemand traut sich mehr, etwas zu sagen“, berichtet ein Diplomat.

Frankreich und Großbritannien hatten kürzlich beschlossen, Kampfhubschrauber nach Libyen zu schicken. Bisher gibt es keine offizielle Angaben, ob der Einsatz bereits begonnen hat.