Trichet regt Finanzministerium für Euro-Länder an
Vor dem Hintergrund der Euro-Krise hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, die Idee eines für die gesamte Euro-Zone zuständigen Finanzministeriums ins Spiel gebracht.
Es könne die Haushaltspolitik der Staaten überwachen, den Finanzsektor integrieren und die EU in internationalen Gremien repräsentieren, sagte Trichet heute anlässlich der Verleihung des Aachener Karlspreises.
„Vetorecht für Europäische Behörden“
In seiner Rede sprach sich der Notenbankchef für die stärkere Zentralisierung der europäischen Wirtschaftspolitik aus. Wenn ein Land finanzielle Unterstützung erhalte, jedoch nicht den geforderten Sparschritten nachkomme - wie derzeit Griechenland -, sollten EU-Behörden wie EU-Kommission und Rat verpflichtende Wirtschaftsentscheidungen für das Land treffen können.
„Vorstellbar wäre, dass europäische Behörden das Recht haben, gegen nationale wirtschaftspolitische Entscheidungen ein Veto einzulegen“, sagte Trichet.
Publiziert am 02.06.2011