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Bis zu 37 Grad am Freitag

Bei Temperaturen um die 35 Grad ist derzeit nicht nur Hochbetrieb in den Freibädern. Genug zu tun haben auch Pannendienste, und mitunter die Rettung - einerseits, weil der Grat zwischen Sonnetanken und zu viel des Guten oft schmal ist, und weil andererseits die Hitze Menschen prinzipiell gesundheitlich zusetzt.

In Wien, wo bereits am Dienstag das Thermometer auf 36,8 Grad geklettert war, berichtete die Rettung von einem Anstieg der Einsatzfrequenz um rund 15 Prozent. Grund waren die bei den aktuellen Temperaturen häufigen Kreislaufprobleme. Die Krankenhäuser meldeten einen nur geringen Anstieg bei den Erstaufnahmen. Bei den meisten Hitzepatienten hätten Beschwerden wie Schwindel oder Dehydration relativ rasch durch Infusionen ambulant behoben werden können, hieß es vom Krankenanstaltenverbund (KAV). Kaum „kühler“ war es mit Temperaturen um 35 Grad in Tirol in Westösterreich.

Auch Pannentelefone „glühen“

Halten die aktuellen Prognosen, dann steht der Höhepunkt der Hitzewelle mit rund 37 Grad in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland erst am Freitag bevor, bevor es am Samstag von Westen her mit Gewittern wieder kühler wird.

Bis dahin dürften auch die Telefone der Pannendienste weiter „glühen“, wie es am Mittwoch in einer Aussendung des Autofahrerclubs ARBÖ hieß. Die Pannenhelfer berichteten von einer Zunahme ihrer Einsätze um regional bis zu 70 Prozent. Grund seien „Batterien, die w. o. geben, überhitze Kühlsysteme und Reifenschäden“, aber auch hitzebedingte „Unachtsamkeiten“ wie eingesperrte Autoschlüssel und falsch getankter Treibstoff.

Zu viel für den Kühler

Besonders groß ist das Risiko, dass das Auto streikt, bei hohen Temperaturen und im typischen städtischen Stop-and-go-Verkehr, hieß es vom ÖAMTC. Kühler überhitzen so am schnellsten. Auch Defekte an der Elektronik seien häufig, da diese ab einer gewissen Temperatur instabil werde.

Gefährlicher „Stoppel“ im Rauchfang

Auch die Wiener Berufsfeuerwehr (MA 68) erhält nach eigenen Angaben derzeit mehr Anrufe als sonst. Die kämen von Wohnungsinhabern, die sich wegen einer Kohlenmonoxidvergiftung sorgten. Bei starker Sonneneinstrahlung kann sich im Rauchfang eine Art „thermischer Stoppel“ bilden, wodurch Abgase nicht vollständig abziehen, sondern retour strömen, wie Andreas Feiler von der Feuerwehr Wien gegenüber der APA erklärte.

Im Normalfall schaltet die Therme dann ab. Tut sie das wegen Defekten oder Wartungsmängeln nicht und ist noch dazu der Raum klein, besteht tatsächlich das Risiko einer Vergiftung durch Kohlenmonoxid (CO). Der „Stoppel“-Effekt tritt übrigens nicht nur bei großer Hitze auf. „Deshalb sollte man Gasgeräte grundsätzlich einmal im Jahr vom Fachmann warten lassen und außerdem für ausreichend Lüftung sorgen“, so Feiler.

Anstrengung besser dosieren

Auch gesunden Menschen können Hitze und Sonne zusetzen, insbesondere dann, wenn sie sich bei den aktuellen Temperaturen zu viel zumuten. Körperliche Anstrengung sollte dosiert werden. Ansonsten gilt, heißt es etwa von der Hilfsorganisation Die Johanniter, auf die Signale des Körpers zu achten und genügend - alkoholfreie - Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer in der Hitze arbeitet, solle öfters eine Pause im Schatten einlegen. Kaltes Wasser an den Handgelenken sowie Arm- oder Fußbäder bringen den Kreislauf wieder in Schwung und machen die Hitze erträglicher.

Noch eine - bekannte - Regel rufen Mediziner in Erinnerung: Bei den derzeitigen Temperaturen sollten Kinder und ältere Menschen, aber auch Tiere keinesfalls alleine in Fahrzeugen zurückgelassen werden. Der Innenraum kann sich binnen kürzester Zeit auf bis zu 70 Grad aufheizen.

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