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Neue Preislatte für Tablets

Indien hat am Mittwoch das laut eigenen Angaben weltweit billigste Tablet vorgestellt. Das Gerät mit dem Namen Aakash (Himmel) soll für Studenten umgerechnet 26 Euro kosten. Eine kommerzielle Version soll für rund 46 Euro zu haben sein.

Das Tablet wurde im Auftrag der indischen Regierung vom Indian Institute of Technology (IIT) in Rajasthan mit dem kanadischen Hersteller DataWind entwickelt - und wird laut DataWind auch in Indien gebaut.

Für einen ersten Testlauf will die indische Regierung 100.000 Tablets gratis an indische Studenten abgeben. Die Regierung zahlt laut „Wall Street Journal“ („WSJ“) derzeit 2.250 Rupien (rund 35 Euro) für jedes ausgelieferte Gerät. Am Mittwoch wurden die ersten 500 Stück an Studenten verteilt. Sie werden Aakash 45 Tage lang testen und dann Feedback für die Weiterentwicklung des Tablets liefern, so das „WSJ“.

Konsumenten mit indischen Tablets

AP/Gurinder Osan

Indische Studentinnen mit dem Aakash

Insgesamt zehn Millionen Stück geplant

Nächstes Jahr soll das Gerät, von der Regierung subventioniert, an interessierte Studenten für 26 Euro verkauft werden. Indiens Regierung will in den nächsten Jahren zehn Millionen Stück des Geräts an Studenten verteilen. Dann werde auch der Preis dafür deutlich runtergehen, so der Hersteller - DataWind spricht von bis zu 7,5 Euro. Ende des Jahres soll das Gerät erst einmal unter dem Namen UbiSlate für 3.000 Rupien (rund 46 Euro) in den Handel kommen.

Tablet

APA/EPA

Präsentation von Aakash

Sieben Zoll unter Android 2.2

Das rund 350 Gramm schwere Gerät hat einen druckempfindlichen, sieben Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 800 mal 480 Pixeln und läuft unter Googles mobilem Betriebssystem Android 2.2 mit einer Akkuladung zwei bis fünf Stunden. Es kann mittels WLAN-Verbindung ins Netz gehen, die kommerzielle Version soll auch Mobilfunk nutzen können. Über Micro-SD-Karten kann der Speicher erweitert werden, zwei USB-Ports sind ebenfalls vorhanden.

Mehr Zugang zum Internet

Die indische Regierung möchte mit dem Tablet mehr Menschen Zugang zu Internet und digitalen Technologien ermöglichen, um so den Anschluss etwa an China nicht zu verlieren. In Indien haben laut Angaben erst acht Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, in China sind es fast 40 Prozent.

Der indische Telekommunikationsminister Kapil Sibal, der auch Unterrichtsminister ist, will mit dem Aakash die Bildung in Indien ankurbeln. So kann das Tablet etwa für Videokonferenzen genutzt werden. Experten sprechen dem Gerät laut einem Bericht der BBC grundsätzlich Potenzial zu, allerdings müsse sich erst die Technologie beweisen. Sie verweisen zudem auf frühere, gescheiterte Pläne der indischen Regierung, ein billiges Notebook für den Massenmarkt zu bauen.

Vorerst nur mit WLAN

Frühere Billiggeräte seien oftmals langsam und qualitativ nicht sehr hochwertig gewesen, so Experten. DataWind hat das Tablet laut eigenen Angaben harten Tests unterzogen, unter anderem musste es bei 48 Grad Lufttemperatur zwei Stunden lang Videos abspielen - also bei Temperaturen, die im Sommer im Norden Indiens herrschen.

Kritiker bemängeln auch die fehlende Mobilfunkverbindung in der vom Staat subventionierten Version des Billigtablets. Vor allem in den ländlichen Gebieten sei WLAN kein besonders verbreiteter Zugang. Laut Hersteller sollen kommende Versionen mit Mobilfunk angeboten werden.

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