Merkel: Änderung der EU-Verträge „kein Tabu“

In der Euro-Schuldenkrise werden Rufe nach einer mächtigeren EU-Zentrale laut. die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte heute bei der Verabschiedung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt am Main: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa. Aber das werden wir nicht zulassen.“

Auch Änderungen der EU-Verträge dürften kein Tabu sein. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte, nötig sei, dass Staaten Souveränität abgäben. Und nicht nur Problemstaaten müssten auf Macht verzichten. Merkel räumte ein, dass europäischen Institutionen in der Krise langsam reagiert hätten.

Trichet, der nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende Oktober turnusgemäß abtritt, war zuletzt vor allem in Deutschland in die Kritik geraten. Der Kauf von Staatsanleihen pleitebedrohter Euro-Länder durch die EZB ist umstritten.

Publiziert am 19.10.2011