Schlecker-Familie muss um Insolvenzplan bangen
Einer der wichtigsten Gläubiger der insolventen deutschen Drogeriemarktkette Schlecker hat laut einem Pressebericht Vorbehalte gegen eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung. Wie die „Financial Times Deutschland“ („FTD“) heute berichtete, signalisierte der Einkaufsverbund Markant dem zuständigen Amtsgericht Ulm bereits seine Bedenken. Dennoch reichte das Unternehmen heute offiziell den Insolvenzantrag ein.
Bei einem Planverfahren in Eigenverwaltung könnten Gesellschafter und Management weiter über das Unternehmen bestimmen. Die Gläubiger müssten freiwillig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Schlecker beschäftigt in Österreich rund 3.000 Mitarbeiter in 970 Filialen. Zwei führende deutsche Insolvenzverwalter äußerten sich zu den Insolvenzplänen laut „FTD“ jedoch skeptisch.
„Erheblicher Beitrag“ von Familie verlangt
„Die Gläubiger werden nur zum Verzicht bereit sein, wenn auch die Eignerfamilie einen erheblichen Beitrag leistet“, sagte einer der beiden Juristen, die anonym bleiben wollten, gegenüber der Zeitung. Die Eignerfamilie Schlecker könnte somit die Kontrolle über das Unternehmen verlieren - im Extremfall könnte es zerschlagen werden.
Die Drogeriemarktkette hatte am Freitag angekündigt, Insolvenz zu beantragen, um damit unter Gläubigerschutz den laufenden Unternehmensumbau fortzusetzen. Der Geschäftsbetrieb soll unverändert weitergehen, die Zahlung der Gehälter für die Angestellten sei über das Insolvenzausfallgeld gesichert. Schlecker macht seit mindestens drei Jahren Verluste.
Publiziert am 23.01.2012