EU-Binnenkommissar Barnier will strengere Regeln für Banken

Die Europäische Kommission will die Großbanken offenbar stärker an die Kandare nehmen. EU-Kommissar Michel Barnier sagte gestern in einem Interview mit Reuters, dass er eine schärfere Regulierung bei den Gehalts- und Bonuszahlungen für Banker erwäge. Die Bezahlung von leitenden Bankangestellten verglichen mit Anfängern in der Branche könnte begrenzt werden.

Außerdem denke er darüber nach, die Boni in einem festen Verhältnis zum Gehalt zu fixieren. „Sollten die Geldhäuser nicht in der Lage sein, sich mit Blick auf die Boni selbst zu disziplinieren, dann müssen wir handeln“, sagte Barnier. Der Unmut in der Bevölkerung über die hohen Zahlungen an die Bankenmanager trotz Schuldenkrise ist groß. „Wenn wir jetzt nicht regulieren, riskieren wir eine brutale Reaktion“, so Barnier weiter.

Die Royal Bank of Scotland, die größte Bank Europas, die während der Finanzkrise vom Staat gerettet werden musste, wurde beispielsweise für das Beiseitelegen von 500 Millionen Pfund für Bonuszahlungen heftig kritisiert. Topbanker in London und anderen Finanzzentren dürften indes gegen die Überlegungen Sturm laufen. Barnier könnte seine Ideen mit führenden Vertretern der Finanzindustrie beim Weltwirtschaftsforum in dieser Woche im schweizerischen Davos diskutieren. Bei Umwandlung in EU-Recht wären die Vorschläge der stärkste Eingriff aus Brüssel bei Kreditinstituten seit dem Beginn der Finanzkrise.

Publiziert am 23.01.2012