Fluglinie Spanair stellte Betrieb umgehend ein

Die angeschlagene spanische Fluggesellschaft Spanair stellt ihren Betrieb vollständig ein. Das teilte gestern Abend das für den Luftverkehr zuständige Ministerium in Madrid mit. Zugleich forderte es die vorwiegend in Spanien aktive Gesellschaft auf, „ihrer Verantwortung gegenüber den Passagieren“ gerecht zu werden. Die Erklärung wurde nach einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Verwaltungsrats bekanntgegeben.

Die finanziell schwer angeschlagene spanische Fluggesellschaft Spanair stellte ihren Betrieb jedenfalls schon am Abend vollständig ein. Der letzte Flug der Gesellschaft landete einem Sprecher zufolge um 22.00 Uhr. Spanair begründete die sofortige Einstellung des Betriebs: Die Entscheidung sei angesichts der „mangelnden finanziellen Sicht für die kommenden Monate“ aus Vorsicht und zur Sicherheit getroffen worden. Das Ministerium für Infrastruktur und Transport erklärte seinerseits, die Firma sei verpflichtet, sich um die betroffenen Passagiere zu kümmern. Insbesondere müsse sie ihnen den Ticketpreis erstatten und eine alternative Beförderungsmöglichkeit zur Verfügung stellen.

Kein neuer Kredit von Katalonien

Die Region Katalonien, die einer der wichtigsten Anteilseigner der Firma ist, hatte zuvor erklärt, dass sie wegen der „aktuellen Krise“ der finanziell angeschlagenen Fluglinie keinen neuen Kredit geben könne. Diese Entscheidung sei nach dem Scheitern der Verhandlungen von Spanair mit Qatar Airways über eine finanzielle Partnerschaft getroffen worden, hieß es.

Die Region hatte im Jänner 2011 Spanair einen Notkredit von 10,5 Millionen Euro gewährt. Zuvor flossen laut Medienberichten bereits rund 90 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in die Fluglinie.

Reservierungen nicht mehr möglich

Am Abend war es bereits nicht mehr möglich, auf der Website der Gesellschaft Tickets zu reservieren. Spanair war 1986 gegründet worden und 2009 von spanischen Aktionären, darunter der Region Katalonien, übernommen worden. Die Firma war im August 2008 durch den Unfall einer ihrer Maschinen am Flughafen von Madrid schwer getroffen worden. Das Flugzeug war beim Start abgestürzt. 154 Menschen starben bei dem Unglück. Danach wurde das Unternehmen umstrukturiert. Von den zuvor 4.000 Angestellten wurden 1.100 entlassen.

Publiziert am 27.01.2012