USA: Pakistanischer Arzt verriet Bin Laden

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat erstmals öffentlich eingestanden, dass ein pakistanischer Arzt den USA vor dem Angriff auf Osama bin Laden wichtige Informationen geliefert hat.

Shakil Afridi hatte im Auftrag der CIA Impfungen durchgeführt, um so an DNA zu gelangen und die Anwesenheit bin Ladens in seinem Anwesen in der pakistanischen Stadt Abbottabad zu bestätigen. Dort wurde der Al-Kaida-Führer im Mai von einer US-Sondereinheit getötet. Panetta sagte in der Sendung „60 Minutes“ auf CBS, die morgen ausgestrahlt wird, er sei sehr besorgt, weil der Arzt inzwischen in Pakistan wegen Landesverrats angeklagt worden sei.

Massendemonstration gegen Drohnenangriffe

Gestern demonstrierten in Pakistan mehr als 100.000 Menschen gegen die Angriffe mit US-Drohnen im Nordwesten des Landes. Zu der Massenkundgebung in der Stadt Karachi hatte Pakistans größte religiöse Partei, die Dschamiat-e-Ulema Islam (JUI), aufgerufen.

Nach zwei Monaten Unterbrechung hatten die USA ihre Drohnenangriffe in den pakistanischen Stammesgebieten Anfang Jänner wieder aufgenommen. Die Einsätze gegen die radikal-islamischen Taliban und andere militante Gruppen waren im November ausgesetzt worden, nachdem bei einem NATO-Angriff 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren.

Publiziert am 28.01.2012