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Rekordgage gerechtfertigt?

VW-Chef Martin Winterkorn hat Verständnis für die Kritik an seinem Millionengehalt geäußert, gleichzeitig seine Rekordgage aber verteidigt. Winterkorn hatte für 2011 ein Gehalt von rund 17 Millionen Euro bekommen. Er könne verstehen, dass manche sagen, das sei zu viel, so Winterkorn. Doch nicht er selbst entscheide über sein Gehalt, sondern der Aufsichtsrat.

Wenn ein Unternehmen so erfolgreich unterwegs sei wie VW in den vergangenen Jahren, dann komme eben so ein hoher Betrag dabei heraus, sagte Winterkorn am Dienstag zu Beginn des 19. Münchner Management Kolloquiums. Es seien langfristige Ziele vereinbart gewesen, seine Bezahlung sei an den Erfolg des Unternehmens gekoppelt. Das Münchner Management Kolloquium ist ein internationaler Managertreff, an dem dieses Jahr 70 Unternehmen teilnehmen.

Spitzenreiter unter DAX-Vorständen

Mit seinen knapp 17,5 Millionen Euro Gehalt für 2011 steht der 64-jährige VW-Chef allein an der Spitze: Kein anderer Chef eines DAX-Unternehmens hat jemals so viel verdient. Auf Platz zwei der deutschen Gehälterliste für 2011 landete nach Angaben der Unternehmensberatung Towers Watson Siemens-Chef Peter Löscher. Der gebürtige Österreicher verdiente im vergangenen Jahr knapp 9,8 Millionen Euro.

Daimler-Chef Dieter Zetsche bekam rund 9,6 Millionen Euro, insgesamt rund 9,4 Millionen Euro war der Deutschen Bank die Arbeit ihres scheidenden Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann wert. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Deutschen Bank für das Jahr 2011 hervor. Die Schuldenkrise verdarb Ackermann zwar seine letzte Jahresbilanz, beim Gehalt musste er allerdings keine Abstriche machen.

Konzernchefs verdienen immer mehr

Der Trend in Deutschland ist eindeutig: Seit Jahren steigen die Bezüge der Konzernchefs kräftig - selbst die Krisenjahre 2008 und 2009 haben die Managergehälter fast nicht beeinflusst. Allgemein stiegen die Löhne der Beschäftigten zwischen 2003 und 2011 dagegen nur um rund 18 Prozent. Inflationsbereinigt ist von diesen Gehaltssteigerungen kaum etwas übrig geblieben. Die Einkommen der Konzernchefs haben sich dagegen im gleichen Zeitraum etwa verdoppelt.

Das geht aus den Daten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervor, die jährlich die Gehälter der Vorstandschefs zusammenträgt. Demnach zahlten die 24 Konzerne, die seit dem Jahr 2003 ununterbrochen dem wichtigsten deutschen Aktienindex DAX angehören, ihren Vorstandschefs damals im Schnitt 2,6 Millionen Euro. Im Jahr 2010 waren es schon 5,1 Millionen Euro.

Für das Jahr 2011 hat erst gut die Hälfte der Konzerne die Gehälter veröffentlicht. Doch der Trend ist eindeutig: Bisher liegt der Durchschnitt laut Daten der Unternehmensberatung Towers Watson bei 6,6 Millionen Euro pro Konzernchef.

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