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Mehrere der Agenten verheiratet

Der Secret Service, der für die Sicherheit von Präsident und Vizepräsident der USA verantwortlich ist, wird von einem mutmaßlichen Sexskandal erschüttert. Kurz vor Beginn des Amerika-Gipfels in der kolumbianischen Stadt Cartagena wurde eine ganze Einheit des Sicherheitsdienstes abgezogen und nach Washington zurückbeordert.

Es habe Berichte über ein „Fehlverhalten“ der Männer während der Vorbereitung von Barack Obamas Reise gegeben, erklärte der zuständige Secret-Service-Chef, Edwin Donovan, gegenüber der „Washington Post“. Die Mitarbeiter seien ihrer Aufgabe entbunden worden, in die USA zurückgekehrt und durch andere Sicherheitsbeamte ersetzt worden.

Angaben zu den Vorwürfen wollte Donovan nicht machen. Er sagte lediglich, dass die Sicherheit von US-Präsident Obama auf dem Amerika-Gipfel dadurch nicht gefährdet worden sei. Die Angelegenheit sei der für interne Ermittlungen zuständigen Abteilung übergeben worden, so der Sprecher des Secret Service weiter.

Sex mit Prostituierten

Nach Angaben der „Washington Post“ hatte aber mindestens einer der Leibwächter in Cartagena Umgang mit Prostituierten. Bekannt wurden die Vorwürfe über einen früheren Reporter der „Washington Post“, Ronald Kessler, der wegen früherer Recherchen gute Kontakte zum Secret Service hat. Kessler erfuhr, dass ein Dutzend Agenten abgezogen worden seien. Verkehr mit Prostituierten gelte im Secret Service als unangemessen, obwohl Prostitution in dafür bestimmten Zonen in Kolumbien legal ist. Die Affäre ist umso heikler, als laut Kessler mehrere der Agenten verheiratet sind.

Mordanklage gegen Agent

Es gab im letzten Jahr bereits mehrere Fälle von Fehlverhalten von Agenten. Im November wurde ein Agent nach einer Schießerei während eines Streits vor einem McDonalds-Restaurant in Honolulu des Mordes angeklagt. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt zwar außer Dienst, befand sich aber auf der Insel, um einen Besuch Obamas vorzubereiten.

Im August wurde ein Agent des Secret Service in Iowa wegen des Verdachts der Betrunkenheit am Steuer verhaftet. Auch hier war der Agent außer Dienst, befand sich aber zur Vorbereitung einer Busreise Obamas durch mehrere Bundesstaaten in Iowa. Der Agent wurde laut „Washington Post“ erst kürzlich zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt.

Präsidentenschutz und Betrugsbekämpfung

Das United States Secret Service (USSS) ist eine Bundesbehörde, die erst seit März 2003 dem Ministerium für Heimatschutz untersteht. Davor unterstand sie dem Finanzministerium. Bekannt ist das Secret Service vor allem wegen seiner Funktion als Sicherheitsdienst des Präsidenten, des Vizepräsidenten, Ex-Präsidenten - und von Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf. Außerdem schützen USSS-Mitarbeiter auch die Botschaften in Washington.

Die ursprüngliche Hauptaufgabe des Secret Service war und ist jedoch die Bekämpfung der Finanzkriminalität. Gegründet wurde das Secret Service 1865 zum damals alleinigen Zweck, Geldfälschungen zu bekämpfen.

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