Teilerfolg für Metro in Machtkampf um Media-Saturn
Im Machtkampf um Europas größten Elektronikhändler Media-Saturn hat der Handelsriese Metro einen Etappensieg verbucht. Metro könne nach einer Entscheidung eines Schiedsgerichts Budgetbeschlüsse etwa über Investitionen bei Media-Saturn künftig mit einfacher Mehrheit durchsetzen, sagten mehrere Personen aus dem Umfeld der Prozessbeteiligten heute der Nachrichtenagentur Reuters.
Streit um Vetorecht des Gründers
Dem Handelskonzern geht es darum, umfassende Vetorechte des Media-Saturn-Gründers und Minderheitsgesellschafters Erich Kellerhals auszuhebeln. „Im Kern hat sich das Schiedsgericht in den für uns relevanten Punkten positiv für Metro geäußert“, betonte ein Metro-Sprecher.
„Das Schiedsgericht hat keiner Partei vollständig Recht gegeben“, unterstrich dagegen ein Sprecher der Kellerhals-Beteiligungsgesellschaft Convergenta. Der Rechtsstreit geht bereits am Donnerstag in eine neue Runde - dann entscheidet das Oberlandesgericht München.
Metro und Media-Saturn-Gründer Kellerhals liegen seit langer Zeit im juristischen Streit um die Macht bei der Elektrohandelskette. Für den Düsseldorfer Konzern steht dabei viel auf dem Spiel. Im ungünstigsten Fall kann Metro-Chef Olaf Koch die Tochter nicht mehr wie bisher voll in die Bücher nehmen - und der Metro-Aktie droht ein Abstieg aus dem deutschen Leitindex Dax.
Publiziert am 08.08.2012