Burmas Regierung lockert Medienzensur
Burmas Regierung hat als Teil ihres Reformprogrammes ein Ende der Vorzensur für die Medien bekanntgegeben. Ab sofort müssten die Redaktionen ihre Werke nicht mehr vorab genehmigen lassen, hieß es aus dem Büros für Pressezensur im Informationsministerium.
Staatsmonopol bleibt bestehen
Nachdem im Juni 2011 die Beschränkungen für einige Veröffentlichungen aufgehoben worden waren, gilt das nun auch für die übrigen 80 politischen und sechs religiösen Publikationen des Landes. Das Staatsmonopol über die Medien bleibt jedoch bestehen.
Journalisten in Burma begrüßten den Schritt, wiesen jedoch darauf hin, dass sie weiter zahlreiche Gesetze befolgen müssten. Auf die Redakteure komme mehr Verantwortung zu, sagte Wai Phyo vom Magazin „Weekly Eleven“.
50 Jahre Militärdiktatur
Die NGO Reporter ohne Grenzen führte Burma 2011 in ihrem Index der Pressefreiheit auf Platz 169 von 179 Nationen. Das Land wurde fast 50 Jahre vom Militär regiert. Dabei wurde jedes Lied, jede Karikatur, jedes Buch und jedes Kunstwerk auf subversive Inhalte kontrolliert.
Im vergangenen Jahr übergab die Armee die Amtsgeschäfte formal an eine zivile Regierung. Diese leitete einen sanften politischen Wandel ein und nahm den Dialog mit der Opposition auf.
Publiziert am 20.08.2012