UNO beklagt ausbleibende Spenden für Syrien-Flüchtlinge
Auch wenn die ganze Welt das Leid der syrischen Flüchtlinge beklagt, bleiben die Spenden für sie aus. Ein Hilfsappell der Vereinten Nationen (UNO) wurde nach eigenen Angaben erst zur Hälfte erfüllt. Die Weltorganisation hatte ihre 193 Mitglieder um 180 Millionen Dollar (144 Mio. Euro) gebeten. „Wir sind erheblich unterfinanziert“, sagte UNO-Sprecher Martin Nesirky gestern in New York.
Dabei hätte nicht nur die UNO selbst Probleme: „Die Regierungen, die bereitwillig ihre Tore für die Flüchtlinge geöffnet haben und ihrer Verantwortung zur Hilfe gefolgt sind, brauchen dringend Hilfe“, sagte der Brite über die Nachbarländer, die jeden Tag Flüchtlinge aufnehmen.
100.000 im August geflüchtet
Nach Nesirkys Worten sind allein im August 100.000 Menschen aus Syrien in andere Staaten geflohen, so viele wie noch nie. Die UNO beziffert die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Niederschlagung von Demonstrationen im März vergangenen Jahres in Syrien ums Leben kamen, auf „mehr als 18.000“.
Einzelne UNO-Mitglieder und auch Hilfsorganisationen sprechen von etwa 25.000 Opfern. Die Angaben können nicht überprüft werden, weil das Regime in Damaskus unabhängige Beobachter nicht zulässt bzw. behindert.
Publiziert am 04.09.2012