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Hilfe von Weggefährten und Promis
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney glaube, „dass es in der globalisierten Wirtschaft nicht viel ausmacht, wo amerikanische Firmen ihr Geld lassen und Jobs schaffen“, sagte Biden etwa. Obama wisse dagegen, dass die Schaffung von Jobs das ist, „was die Präsidentschaft ausmacht“: Obama und Romney hätten „zwei grundsätzlich verschiedene Visionen und eine vollkommen unterschiedliche Werteordnung“, so Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina.
Biden will „Mission erfüllen“
Wohl auch in Anspielung auf Romneys Reichtum und Herkunft betonte Biden, Obama sei ein Kämpfer für die „Durchschnittsamerikaner“, ein Mann mit einem „enormen Herzen“. Von den republikanischen Gegnern habe Obama außerdem vor vier Jahren eine wirtschaftlich angeschlagene Nation geerbt. Obama habe jedoch durch mutige Entscheidungen das Blatt wenden können. Zwar sei noch viel zu tun auf der „Mission, diese Nation vorwärts zu bewegen“. Aber er „garantiere, dass wir diese Mission erfüllen werden“.
Als Beispiel für Obamas Handeln erwähnte Biden die milliardenschweren Finanzhilfen für die US-Autokonzerne General Motors und Chrysler im Jahr 2009, gegen die sich Romney damals ausgesprochen hatte. Damit habe Obama „mehr als eine Million amerikanische Jobs“ gerettet. „Osama bin Laden ist tot, und General Motors lebt“, sagte der Vizepräsident mit Blick auf die von Obama angeordnete Tötung des Al-Kaida-Chefs in dessen Versteck in Pakistan im Mai 2011. Schließlich akzeptierte auch er offiziell die erneute Kandidatur an der Seite Obamas.
Holt Kerry Schwung für Außenministerposten?
Der sonst eher bedächtige US-Senator und Außenexperte Kerry hatte zuvor mit einer noch angriffigeren Rede überrascht. Romney sei eine Gefahr für die amerikanische Außenpolitik. Er sei „extrem“ und ihm mangle es an Urteilsvermögen und einer Vision. Romney drohe im Falle seiner Wahl die diplomatischen Erfolge Obamas zunichtezumachen. Gefährdet wären etwa die verbesserte Beziehung zu Russland und Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung.
APA/EPA/Tannen MauryUS-Senator John KerryKerry war 2004 selbst als Präsidentschaftskandidat angetreten, aber bei der Wahl gegen den damaligen Amtsinhaber George W. Bush gescheitert. In Washington wird er gerüchteweise als Nachfolger von Außenministerin Hillary Clinton gehandelt, die sich zurückziehen möchte. Kerry lobte Obama in seiner Rede vor allem als Präsidenten, der Amerika die moralische Autorität im Ausland wiedererarbeitet habe. „Obama hat seine Versprechen gehalten“, sagte er.
Witzeln über Eastwoods Ode an leeren Sessel
Hämische Kommentare gab es vereinzelt auch seitens der vertretenen Showbiz-Prominenz: Der Sänger und Songwriter James Taylor machte sich etwa über das bizarre Zwiegespräch lustig, das Hollywood-Schauspieler Clint Eastwood vergangene Woche auf dem Republikaner-Parteitag mit einem leeren Sessel geführt hatte. „Ein leerer Sessel, der macht etwas nervös, oder?“, sagte Taylor, als er mit seiner Gitarre zu einem Hocker auf die Bühne kam.
Taylor beruhigte allerdings: „Ich werde nicht mit ihm reden, ich werde darauf sitzen.“ Der 82-jährige Eastwood war bei den Republikanern in Tampa aufgetreten, um Romney zu unterstützen. Der Schauspieler führte dabei ein Gespräch mit einem leeren Sessel und tat so, als ob dort Obama säße. Im Internet erntete der Auftritt Hohn und Spott.
AP/Lynne SladkyTV-Star Longoria auf dem ParteitagUnterstützung aus der Glamour-Ecke
Eastwood ist einer der wenigen Stars, die sich öffentlich für Romney ausgesprochen haben. Dagegen leihen viele Prominente ihre Popularität im Wahlkampf Obama. Die Demokraten schmückten ihren Parteitag zum Abschluss am Donnerstagabend mit einem Staraufgebot: Der Latino-Sänger Marc Anthony interpretierte die Nationalhymne „Star-Spangled Banner“. Auch R-’n’-B-Sängerin Mary J. Blige sang für Obama, ebenso die Rockband Foo Fighters.
Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson lobte bei ihrem Auftritt Obamas Einsatz für Sozialprogramme: „Ich spreche hier nicht als Repräsentantin des jungen Hollywood, sondern als Repräsentantin der vielen Millionen junger Amerikaner, vor allem junger Frauen, die zum Überleben von öffentlichen Leistungen abhängig sind“, sagte sie.
TV-Star Eva Longoria („Desperate Housewives“) erinnerte sich ebenfalls an ihre Jugend in bescheidenen Verhältnissen. Romney „würde die Steuern für Mittelschichtfamilien erhöhen, um seine eigenen - und meine - zu verringern“, sagte sie. Das sei falsch. Als sie früher in einem Fast-Food-Restaurant arbeitete, hätte sie diese Steuererleichterungen benötigt. „Aber die Eva Langoria, die auf Filmbühnen arbeitet, tut das nicht“, sagte sie.
Links:
- US-Präsident
- Barack Obama (offizielle Wahlkampfsite)
- Demokraten
- US-Republikaner
- Mitt Romney (offizielle Wahlkampfsite)
Publiziert am 09.09.2012