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Generationswechsel vollzogen

Die Arbeiterkammer (AK) bekommt nach 15 Jahren einen neuen Präsidenten. Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) nahm am Montag zur Kenntnis, dass Herbert Tumpel künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Als sein Nachfolger designiert wurde vida-Chef Rudolf Kaske, der in der ersten Hälfte des Jahres 2013 übernehmen soll.

Da die FSG in der Arbeiterkammer die klare Mehrheit in den Gremien hat, ist Kaske als neuer Präsident nun quasi fix. Die Designierung in der FSG erfolgte am Montag einstimmig, teilte der Vorsitzende der Fraktion, Wolfgang Katzian, im Anschluss an das Präsidium gegenüber Journalisten mit.

Kaske gilt im Gegensatz zum eher spröden Tumpel als wortgewandt und offen. Dem 57-Jährigen wird Handschlagqualität zugeschrieben. Kaum jemand traut ihm nicht zu, die AK zu führen, auch wenn er zuletzt beim AUA-Tyrolean-Konflikt in einer freilich schwierigen Situation nicht unbedingt brillierte.

Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel und sein designierter Nachfolger VIDA-Chef Rudolf Kaske

APA/Herbert Neubauer

Rudolf Kaske (l.) übernimmt von Herbert Tumpel (r.)

„Jeder hat seinen persönlichen Stil“

Noch keine inhaltliche Positionierung vornehmen wollte Kaske, der bereits seit Jahrzehnten als Kammerrat fungiert. Er verwies darauf, dass er sich zunächst einmal in den Gremien einer geheimen Wahl stellen müsse. Zu den Vermutungen, dass er seine Rolle künftig offensiver anlegen werde, als Tumpel das getan hatte, meinte der designierte Präsident nur, jeder habe seinen persönlichen Stil. Auch dass sich die AK gegenüber dem ÖGB mehr in den Vordergrund spielen könnte, wollte Kaske so nicht bestätigen. Man werde wie bisher gemeinsam eine starke Stimme für die Arbeitnehmer sein.

Tumpel begründete seinen Rückzug damit, dass er im kommenden Jahr 65 werde und damit das durchschnittliche Pensionsantrittsalter ohnehin schon angehoben habe. Ob er künftig auf anderer Ebene politisch tätig bleibt, ließ der AK-Präsident offen. Ebenfalls noch nicht endgültig fix ist, wann die Amtsübergabe erfolgt. Er werde im März 65, das könne man als Orientierungspunkt heranziehen, sagte Tumpel, der einen geordneten und ruhigen Übergang versprach.

Wechsel setzt Postenkarussell in Bewegung

Rein formal wird Kaske im Herbst zunächst zum Vizepräsidenten der Wiener Arbeiterkammer aufrücken. 2013 soll er dann zum Präsidenten von Wiener und Bundeskammer gewählt werden. Wer Kaske bei der vida beerben wird, ist noch offen. Jedenfalls soll aber auch hier noch heuer eine Entscheidung fallen. Dass dieser Posten diesmal an die Eisenbahner geht, dürfte aber so gut wie fix sein, stellen sie doch in der heterogenen Gewerkschaft die mit Abstand größte Gruppe.

Wer wird neuer ÖGB-Finanzchef?

Ebenfalls noch warten muss man auf den neuen Finanzchef im ÖGB. Eigentlich soll Clemens Schneider bereits mit Oktober zur Westbahn wechseln, allerdings bemüht man sich nun dem Vernehmen nach darum, dass er dem Gewerkschaftsbund noch ein paar Wochen erhalten bleibt. Sein Nachfolger wird daher nach derzeitigem Stand beim FSG-Präsidium noch nicht bestimmt.

Die Situation stellt sich derzeit kompliziert dar, da mit Monika Kemperle auch die Leitende Sekretärin für Organisationsfragen den Job gewechselt hat, womit aus dem bisherigen Trio lediglich der für Grundsatzfragen zuständige Bernhard Achitz übrig bleibt. Nun soll bis Oktober die Entscheidung fallen, ob man weiter mit drei Leitenden Sekretären operiert oder nur noch Achitz und eine Finanzreferentin die Geschäftsführung des ÖGB bilden.

Frauen in Führungspositionen

Klar ist, dass zumindest eine Frau in die Leitungsfunktion aufrücken muss. Dazu gibt es derzeit zwei Optionen: Entweder eine noch ungenannte Frau übernimmt die Bereiche von Schneider und Kemperle oder nur die Funktion der Finanzchefin. In letzterem Fall würde nach APA-Informationen der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees, Willi Mernyi, beste Chancen haben, dritter „Leitender“ zu werden.

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