Amon jetzt für Ausbau der Ganztagsschule
Für den Ausbau der bisher von seiner Partei abgelehnten Ganztagsschule tritt jetzt ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon ein. „In zumutbarer Entfernung vom Wohnort soll es ein ganztägiges Angebot geben - bis zum Ende der Unterstufe“, plädiert er im „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) für eine flächendeckende Versorgung. Einen Schwenk in der Parteilinie sieht er darin nicht - und es sei auch kein Schwenk zur Gesamtschule, beteuert er.
Verweis auf „Wahlfreiheit“
Noch im Juni hatte ÖVP-Parteichef Michael Spindelegger gegen die Ganztagsschule gewettert (Kinder sollten nicht „so früh wie möglich den ganzen Tag in einer staatlichen Einrichtung abgeben“ werden). In dem im Sommer bekanntgewordenen Strategiepapier gegen Rot-Grün firmiert die Ganztagsschule neben der Gesamtschule noch als ein drohendes „Horrorszenario“.
Amon sieht dennoch keinen Dissens. Denn es gehe "um Wahlfreiheit. Niemand wird verpflichtet, sein Kind in eine Ganztagsschule zu geben. "Er fordert Bildungsminister Claudia Schmied (SPÖ) auf, bald einen Plan mit den Landesschulräten auszuarbeiten. Größere Schulen sollten einen halb- und einen ganztägigen Zweig anbieten, sagte er.
70 bis 100 Euro im Monat
Da sich die Verhandlungen zum neuen Dienstrecht noch hinziehen, würde Amon auch zusätzliches Personal einstellen, da sei Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) gefordert. Die Eltern sollen 70 bis 100 Euro pro Monat zuzahlen - das sei vertretbar, „weil sie Kosten für Nachhilfe und Betreuung sparen“.
Publiziert am 15.09.2012