Ex-ÖBB-Vorstand attackiert Faymann
Der seinerzeitige Vorstandsvorsitzende der Sparte Personenverkehr bei den ÖBB, Stefan Wehinger, erhebt via Stadtzeitung „falter“ schwere Anschuldigungen gegen Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide SPÖ) in Zusammenhang mit der Inseratenaffäre.
Wehinger kritisiert, „dass Faymann auf Kosten der ÖBB persönliche Werbung gekauft hat“. An den ÖBB habe er „null Interesse“ gehabt. Im Gegenteil: Für die ÖBB sei die Kampagne, bei der sich der damalige Infrastrukturminister Faymann 2007 in der „Kronen Zeitung“ als Bahn-Ombudsmann vermarktete, ein „Schlag in die Magengrube“ gewesen. Wehinger hatte Faymann und Ostermayer bereits vor der Staatsanwaltschaft belastet.
ÖBB weisen Vorwürfe zurück
Unter anderem gab er zu Protokoll, dass die „Krone“-Kampagne Faymanns ohne Wissen des ÖBB-Managements initiiert worden sei. Als er mit Faymanns damaligem Büroleiter Ostermayer darüber diskutieren wollte, habe ihm dieser gesagt, „dass er mein Weiterverbleiben in der Position des Vorstandes in Zusammenhang mit der Kooperationsfähigkeit bei solchen Dingen sehe“. Ostermayer bestreitet das.
Die ÖBB wiesen die Vorwürfe Wehingers zurück. Das damalige Management habe die Kampagne zur persönlichen Kundenansprache genutzt, hieß es dazu in einer Stellungnahme auf Anfrage der APA. Bei den diskutierten Inseraten habe es sich um einen Teil einer großen Advertorial-Kampagne mit einem Umfang von insgesamt 136 Seiten gehandelt. Alleine 112 Promotionseiten seien in anderen Printmedien als der „Kronen Zeitung“ geschalten worden. „Alle Schaltungen waren darüber hinaus mittels Vorstandbeschluss legitimiert“, so die ÖBB.
Publiziert am 25.09.2012