Großdemo gegen Sparpolitik in Paris
In Frankreich haben heute Tausende Demonstranten gegen die Sparpolitik in Europa protestiert. Anhänger und Aktivisten von Linksparteien, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen versammelten sich am frühen Nachmittag auf dem Platz der Nation in Paris.
„Das ist der Tag, an dem das französische Volk gegen die Sparpolitik aufbegehrt“, erklärte der Kovorsitzende der französischen Linken, Jean-Luc Melenchon. Nach Angaben der Linkspartei riefen mehr als 60 Organisationen zu der Kundgebung auf. Nach Angaben des Parteienbündnisses Front de Gauche (Linksfront) beteiligten sich rund 80.000 Menschen an einem Protestmarsch quer durch die französische Hauptstadt.
Protest gegen Fiskalpakt
Die Demonstration richtet sich auch gegen die geplante Ratifizierung des europäischen Fiskalpakts, mit dem sich das französische Parlament ab kommender Woche beschäftigt. Am Freitag hatte die sozialistische Regierung ihr Budget für 2013 beschlossen, das Einsparungen und Steuererhöhungen im Umfang von 36,9 Milliarden Euro vorsieht.
Massenproteste in Spanien und Portugal
Zehntausende Spanier und Portugiesen protestierten bereits am Vortag auf Großkundgebungen in den Hauptstädten Madrid und Lissabon gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen.
Die Demonstranten in Madrid kritisierten die jüngsten Sparbeschlüsse der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy, die am Donnerstag bei der Vorstellung des Haushalts für 2013 Einsparungen von 39 Milliarden Euro bekanntgab.
Die Demonstranten in Lissabon folgten einem Aufruf des Gewerkschaftsbundes CGTP, um gegen „den Diebstahl an Löhnen und Pensionen“ zu protestieren. CGTP-Chef Armenio Carlos kündigte an, am 3. Oktober werde über die Ausrufung eines Generalstreiks beraten. Die Regierungen in Madrid und Lissabon stehen unter dem Druck der internationalen Geldgeber von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, die Staatsfinanzen zu konsolidieren.
Publiziert am 30.09.2012