Vergewaltigungsermittlungen gegen Strauss-Kahn eingestellt

Die Vorermittlungen gegen den früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Frankreich wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Vergewaltigung sind eingestellt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft der nordfranzösischen Stadt Lille heute mit.

Bei den Vorwürfen geht es um Partys in Washington im Dezember 2010, als Strauss-Kahn noch Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) war. Ein belgisches Escort-Girl gab gegenüber französischen und belgischen Ermittlern an, von Strauss-Kahn und seinen Freunden zu bestimmten Sexualpraktiken gezwungen worden zu sein.

Fehlende Anzeige als Begründung

Die Staatsanwaltschaft Lille leitete daraufhin im Mai Vorermittlungen gegen den einstigen Hoffnungsträger von Frankreichs Sozialisten ein, die nun aber eingestellt wurden. Zur Begründung erklärte die Staatsanwaltschaft, die Frau habe keine Anzeige erstattet. In einem Schreiben habe sie Mitte August zudem erklärt, den sexuellen Handlungen „zugestimmt“ zu haben. Strauss-Kahn hatte bestritten, Gewalt angewendet zu haben und die Vorwürfe als „Lüge“ bezeichnet.

Sein Anwalt Henri Leclerc sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe mit einer Einstellungen der polizeilichen Vorermittlungen gerechnet. Die Ermittlungen seien ohnehin unnötig gewesen und seien von den Medien zu einem „großen Skandal“ ohne jede Grundlage aufgebauscht worden.

Publiziert am 02.10.2012