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Suche nach Einnahmemöglichkeiten

Das Soziale Netzwerk Facebook hat seit Mitte September laut eigenen Angaben jeden Monat eine Milliarde aktive Nutzer. Facebook-Chef Mark Zuckerberg denkt jetzt darüber nach, welche neuen Geschäftsmodelle mit dem Zugang zu so vielen Menschen möglich sind.

Rein rechnerisch ist rund jeder siebte Erdbewohner bei Facebook. Allerdings haben zum Beispiel die gut 1,3 Milliarden Chinesen bisher noch keinen offiziellen Zugriff auf das Soziale Netzwerk.

Die meisten Nutzer hat Facebook laut eigenen Angaben in Brasilien, Indien, Indonesien, Mexiko und den USA. Seit dem Start 2005 wurden bis September 219 Milliarden Fotos hochgeladen. Seit der Einführung der „Gefällt mir“-Funktion 2009 sei die Schaltfläche 1,13 Billionen Mal angeklickt worden.

„Infrastruktur“ für andere Firmen?

Facebook biete mit seiner Nutzerbasis nun eine echte Infrastruktur auch für große Firmen, so Zuckerberg gegenüber dem Magazin „Bloomberg Businessweek“. Es sei nicht so sehr die Frage, ob Facebook seine Nutzerzahl auf zwei oder frei Milliarden steigern könne. Vielmehr gehe es darum, welche Services realisiert werden können mit dem angesammelten Wissen, wer wen wie kennt.

Zuckerberg ging in einem Interview mit NBC aber auch auf die Schwierigkeiten des Unternehmens ein. „Wir sind offenkundig gerade in einer schweren Phase.“ Der Facebook-Chef spielte damit auf den missglückten Börsengang seines Unternehmens an. Seit dem Debüt an der New Yorker Wall Street im Mai verloren die Facebook-Papiere zwischenzeitlich mehr als die Hälfte ihres Wertes.

Geschäftsmodell bleibt Schwachstelle

Kritiker bemängeln, dass das Unternehmen kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt hat. Facebook ist zum überwiegenden Teil von Werbeeinnahmen abhängig. Als Problem gilt dabei, dass immer mehr Nutzer über mobile Geräte auf das soziale Netzwerk zugreifen, Facebook aber bisher dort kaum Werbung anzeigt. Werbung ist die derzeit die Haupteinnahmequelle für Facebook.

Das Soziale Netzwerk experimentiert aber auch mit anderen Einnahmequellen wie kostenpflichtige Statusmeldungen. So können Nutzer in den USA derzeit für umgerechnet rund fünf Euro Postings prominent - also länger weiter oben - auf der Meldungsübersicht ihrer Freunde platzieren, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Option wird in anderen Ländern schon länger getestet.

Wie viele „Phantom“-Profile gibt es?

Die Angaben zum Wachstum der Nutzerzahlen werden allerdings von Schätzungen über „Phantomprofile“ überschattet. Knapp neun Prozent der Profile sollen laut Angaben von Facebook zumindest zweifelhaft sein. Dabei handele es sich um Dopplungen oder das Werk von Betrügern. Einige Profile repräsentieren demnach keine Nutzer, sondern etwa Haustiere oder andere „nicht menschliche Einheiten“.

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Publiziert am 05.10.2012