Chef von Euro-Rettungsschirm sorgt sich um Reformbereitschaft
Der Chef des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, hat die Staaten der Euro-Zone zu weiteren Reformen ermahnt. „Meine größte Sorge ist, dass einige Krisenländer nicht die politische Kraft haben, den schmerzhaften, aber wirksamen Reformkurs bis zum Ende durchzuhalten. Das wäre ein Katastrophe“, sagte Regling der „Rheinischen Post“ (Samstag-Ausgabe) laut Vorabbericht.
Zugleich warnte er vor weiteren Diskussionen über ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone: „Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wäre die teuerste aller denkbaren Lösungen.“
„Mehr als Hälfte des Weges“
Regling zog eine positive Bilanz der bisherigen Politik zur Überwindung der Schuldenkrise: „Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber wir haben mehr als die Hälfte des Weges bei den nationalen Anpassungslasten geschafft.“ Die Unterschiede zwischen den Euro-Staaten bei Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten verringerten sich seit zwei Jahren. Zugleich steige die Wettbewerbsfähigkeit in allen südlichen Mitgliedsländern der Euro-Zone.
Die griechische Regierung verhandelt seit Wochen mit der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission über zusätzliche Einsparungen. Eine Einigung ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die nächste Tranche an Hilfsgeldern von 31,5 Milliarden Euro freigegeben wird.
Publiziert am 06.10.2012