Polizeigroßaufgebot für Merkels Besuch in Athen

Für den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Athen hat die griechische Regierung ein Großaufgebot an Sicherheitskräften mobilisiert.

Rund 6.500 Polizisten bereiteten sich auf ihren Einsatz vor, wie heute aus Polizeikreisen verlautete. Schon vor dem Eintreffen der Kanzlerin werde morgen der zentrale Syntagma-Platz vor dem Parlament für den Verkehr gesperrt. Absperrungen sollten auch Fußgänger fernhalten.

Ein Hubschrauber wird während des sechsstündigen Besuchs über dem Stadtgebiet kreisen, wie es weiter hieß. Für den Fall von Ausschreitungen stehen fünf Wasserwerfer bereit. Auf dem Syntagma-Platz wollten die größte Oppositionspartei SYRIZA und Gewerkschaften eine Protestkundgebung gegen Merkel abhalten. Nach Polizeiangaben werden die Demonstranten voraussichtlich in angrenzende Viertel „abgedrängt“.

300 Beamte allein gegen maritime Attacken

In der gesamten Stadt werde es verstärkt Polizeipatrouillen geben, die deutsche Botschaft und Vertretungen deutscher Firmen und Organisationen würden unter erhöhten Schutz gestellt, hieß es.

Die Hafenpolizei mobilisiert 300 Beamte, um Athen vom Meer aus abzusichern. Der Umfang der Sicherheitsmaßnahmen entspreche denen, die es 1999 beim Besuch des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton gegeben habe, hieß es vonseiten der Polizei. Die USA standen damals wegen der NATO-Bombardements gegen Serbien in der Kritik.

Merkel reist morgen erstmals seit Beginn der Schuldenkrise nach Griechenland. Sie will dort mit Ministerpräsident Antonis Samaras sprechen. Linke und nationalistische Parteien machen Merkels Kurs in der Euro-Krise für die Sparpolitik und die seit Jahren anhaltende Rezession in Griechenland mitverantwortlich.

Die sozialen Spannungen hatten sich in den vergangenen Wochen durch ein weiteres Sparprogramm der Regierung in Athen verschärft, das Voraussetzung für weitere Unterstützung durch die internationalen Geldgeber ist.

Publiziert am 08.10.2012