Türkei beschießt erneut syrische Armeestellung
Nach dem Einschlag einer weiteren syrischen Granate auf türkischem Boden hat die Türkei erneut syrische Armeestellungen beschossen. Die Granate sei gegen 14.00 Uhr MESZ im Grenzbezirk Altinozu der Provinz Hatay eingeschlagen, sagte ein türkischer Armeevertreter.
Die Türkei reagiere auf jeden Beschuss umgehend. Zuvor hatte der Gouverneur von Hatay, Celalettin Lekesiz, gesagt, es seien insgesamt sechs syrische Granaten in ländlichen Gegenden eingeschlagen.
Seit vergangenen Mittwoch beim Einschlag einer syrischen Granate im Grenzort Akcakale fünf Zivilisten getötet wurden, reagierte die türkische Armee auf jeden weiteren Einschlag mit Beschuss. Die türkische Regierung von Recep Tayyip Erdogan hat sich nach Beginn des Aufstands gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad im März 2011 von ihrem früheren Verbündeten abgewandt. Inzwischen unterstützt sie offen die syrischen Aufständischen. Von einer direkten Intervention in dem Nachbarland hat Ankara bisher aber abgesehen.
Ban Ki Moon warnt vor türkisch-syrischer Eskalation
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte vor „schwerwiegenden Konsequenzen“ der Eskalation der Gewalt an der türkisch-syrischen Grenze. Die Lage in Syrien habe ein „katastrophales Ausmaß“ erreicht, sagte Ban in Straßburg. Das sei eine ernste Gefahr für die Stabilität der Nachbarländer Syriens und der gesamten Region.
Besorgt äußerte er sich über fortdauernde Waffenlieferungen an die syrische Regierung und die Kräfte der Opposition. „Ich fordere erneut die verantwortlichen Länder auf, diese Waffenlieferungen einzustellen“, sagte er. „Die Militarisierung des Konflikts verschlimmert die Lage nur.“
Publiziert am 08.10.2012