Ägyptens Generalstaatsanwalt bleibt auf seinem Posten
Nach den gewalttätigen Protesten gegen die Politik des neuen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi hat sich auch die Justiz des Landes gegen den Islamisten aufgelehnt. Der von Mursi entlassene Generalstaatsanwalt Abdelmagid Mahmud weigerte sich gestern lautstark, sein Amt niederzulegen.
Während einer Pressekonferenz betonte der sichtlich aufgebrachte Jurist, er werde seinen Posten nicht verlassen - außer er werde ermordet. Am Nachmittag dann die Einigung: Der Generalstaatsanwalt bleibe im Amt, berichteten staatliche ägyptische Medien.
Ägyptens neuer Präsident Mursi, dessen politische Heimat die Muslimbruderschaft ist, hatte den Generalstaatsanwalt am Donnerstag entlassen und ihm einen Posten als Botschafter im Vatikan angeboten. Das Staatsoberhaupt wollte mit diesem Schritt seine Anhänger besänftigen. Zuvor hatte der Freispruch für 24 ehemalige Funktionäre der Regierung des gestürzten Langzeitmachthabers Hosni Mubarak für Empörung gesorgt. Die Mubarak-Vertrauten waren wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der sogenannten „Kamel-Schlacht“ angeklagt worden.
Publiziert am 13.10.2012