Tausende Spanier protestierten gegen Sparpolitik
In der spanischen Hauptstadt Madrid haben gestern Abend mehrere tausend Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung protestiert. Die Teilnehmer der Demonstration schlugen Töpfe und Pfannen gegeneinander und setzten auch Trillerpfeifen ein. Auf ihren Plakaten stand „Wir schulden euch nichts, wir zahlen nicht“.
„Niemand hat die Banken gedrängt, gierigen Immobilienspekulanten große Geldsummen zu leihen“, sagte die 34-jährige Beamtin Maria Costa, die mit ihren beiden Kindern gekommen war. „Und doch sollen wir für die Fehler der anderen zahlen.“
Proteste wieder auch in Portugal
Die spanische Regierung hat Sparmaßnahmen sowie Reformen des Finanz- und Arbeitsmarktes eingeleitet, um das ausufernde Defizit unter Kontrolle zu bekommen. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 25 Prozent. Die Wirtschaft wird nach Schätzungen im heurigen Jahr wohl um 1,5 Prozent schrumpfen.
In der portugiesischen Stadt Braga protestierten unterdessen mehrere hundert Menschen gegen Kürzungen im Kulturbudget. Sie trugen ein Banner mit der Aufschrift „Ohne Kultur werden Menschen zu Hunden“.
Weitere Proteste in Lissabon richteten sich gegen die Mitte-rechts-Regierung unter Ministerpräsident Pedro Passos Coelho und gegen die Troika der Geber - Europäische Union (EU), Internationaler Währungsfonds (IWF) und Europäische Zentralbank (EZB).
Publiziert am 13.10.2012