Gutachterkritik an Kärntner-Hypo-Kredit für Fuchs-„Paradiso“
Ein weiterer Kredit der Kärntner Hypo Group Alpe Adria Bank beschäftigt die Justiz: Wie der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe) berichtet, hat Wirtschaftsprüfer Josef Schima von der BDO Austria die Vergabe des 7,5 Mio. Euro schweren Kredits im Jahr 2005 für einen - nie realisierten - Wiener Kunstpark Paradiso rund um einen Sohn und einen Stiefsohn von Maler Ernst Fuchs scharf kritisiert.
Die Banker hätten auf die „optimistische Planungsrechnung“ ihrer Kunden vertraut, „obwohl es in Österreich keinerlei vergleichbare Kunstparkprojekte gibt“, und sie hätten den Totalausfall in Kauf genommen, so die Zeitung. Die Errichtungsgesellschaft ging später pleite.
Rumpold vermittelte an Hypo
Die Halbbrüder wollten demnach auf einem Areal der Stadt in Wien-Hütteldorf neben der Fuchs-Villa einen Museumspark errichten. Über Vermittlung von FPÖ-Werber Gernot Rumpold kam ihre Paradiso-Privatstiftung an die Kärntner Hypo, die ihr das Geld für die Gebäudeerrichtung pumpte. Rumpold bekam für Kreditvermittlung und PR-Betreuung 417.000 Euro brutto, so die Zeitung weiter.
Für die Kärntner Bank war der Kredit kein gutes Geschäft: Das mit fast zehn Mio. Euro bewertete Baurecht auf dem Hütteldorfer Grundstück, mit dem sich die Hypo abgesichert hatte, war „praktisch wertlos", zitiert der „Standard“ das Gutachten. Und die neun Fuchs-Skulpturen, die die Stiftung der Bank übereignet hatte, brachten der Hypo bei einer Versteigerung rund 20.000 Euro. 2005 war ihr Wert von einem Sachverständigen auf 3,2 bis 3,6 Mio. geschätzt worden. Ende des Vorjahres hatte die Bank den Kredit dann abgeschrieben.
Publiziert am 15.10.2012