„Costa“-Reederei sieht sich mit Gutachten entlastet

Die Reederei der havarierten „Costa Concordia“ sieht sich durch ein Sachverständigengutachten zu dem Schiffbruch im Jänner als entlastet an. In einer Analyse hätten die Fachleute den Costa-Krisenmanagern bescheinigt, in der Unglücksnacht „praktisch alles getan zu haben, was ihnen möglich war“.

Das sagte der Anwalt der Genueser Reederei Costa Crociere, Marco de Luca, heute in Grosseto. Bei der dort andauernden Beweisaufnahme zu dem Unglück hatten die von der Ermittlungsrichterin eingesetzten Gutachter am Vortag vorgelegt, wie sich die Costa-Kriseneinheit verhalten hatte. Diese hatte während der Havarie Kontakt zu der Kommandobrücke.

„Costa“-Kapitän Schettino wieder vor Gericht

Francesco Schettino, Kapitän des gekenterten Kreuzfahrtschiffs, erschien heute wieder zum zweiten Beweissicherungstermins in Zusammenhang mit dem Unglück der „Costa Concordia“. Neben Schettino droht sechs weiteren Crewmitgliedern und drei Managern der Reederei Costa Crociere, die zum US-Unternehmen Carnival gehört, eine Anklage.

Der eigentliche Prozess beginnt wahrscheinlich im kommenden Jahr. In den USA haben zudem 39 Passagiere Carnival auf über 520 Millionen Dollar Schadenersatz geklagt.

Bergung der „Costa Concordia“ verzögert sich

Die Bergung der vor neun Monaten verunglückten „Costa Concordia“ verzögert sich. Bei der Bergung werde es zu einer zweimonatigen Verspätung gegenüber den ursprünglichen Bergungsplänen kommen, meldete Silvio Bartolotti, Geschäftsführer des italienischen Unternehmens Micoperi, das mit der US-Firma Titan Salvage mit der Aktion beauftragt wurde.

Diese Verspätung sei unter anderem auf die schwierigen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen zurückzuführen. „Das Wrack wird bestimmt innerhalb des nächsten Frühjahrs weggebracht“, versicherte Bartolotti in einem TV-Interview.

Publiziert am 16.10.2012