Spanien erwägt angeblich „Scheinantrag“ um EU-Hilfe
Spanien stellt offensichtlich neue Erwägungen an, um die Europäische Zentralbank (EZB) zu einem großen Ankauf spanischer Staatsanleihen zu bewegen.
Wie die „Financial Times“ („FT“) und das „Wall Street Journal“ („WSJ“) heute unter Berufung auf einen hohen spanischen Regierungsbeamten berichteten, erwägt Madrid eine Art von Scheinantrag um Hilfen des EU-Rettungsfonds ESM.
In Wirklichkeit wolle Spanien aus dem Fonds keine Gelder in Anspruch nehmen. Madrid wolle nur die Bedingung der EZB erfüllen, wonach für den Aufkauf von Staatsanleihen ein Hilfsantrag beim ESM nötig ist.
Rajoy weist Gerüchte zurück
Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy wies nach Angaben von Teilnehmern an einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegenüber der deutschen Kanzlerin Angela Merkel Berichte über einen kurz bevorstehenden Hilfsantrag Spaniens zurück. Ein Regierungsvertreter und Teilnehmer an der Sitzung sagte Reuters, Merkel habe dort gesagt, sie habe mit Rajoy telefoniert. Dieser habe sie gebeten, sie solle nicht auf dieses Gerücht hören. Zuvor hatten Medien berichtet, Spanien wolle beim Rettungsschirm ESM eine vorsorgliche Kreditlinie beantragen.
Publiziert am 16.10.2012