Gewerkschaftszusammenschluss gegen H&M

Die Gewerkschaften GPA-djp (Österreich), ver.di (Deutschland) und Unia (Schweiz) wollen gemeinsam gegen die Bekleidungskette H&M vorgehen. Das kündigte GPA-Vizechef Karl Proyer gestern Abend vor Journalisten an.

Der Textilhändler umgehe ein Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) vom Sommer 2011, wonach Kassierpersonal in die höhere Beschäftigungsgruppe drei einzustufen ist, indem er Mitarbeiter weniger als die Hälfte ihrer Vertragszeit an den Kassen beschäftigt.

Was genau die drei deutschsprachigen Gewerkschaften planen, verriet Proyer nicht. Zur angemessenen Zeit werde es eine Pressekonferenz geben. „Sie können aber davon ausgehen, dass es eine ordentliche Kampagne wird“, sagte der Gewerkschafter. Es seien „große Aktivitäten“ geplant. Das Urteil des Höchstgerichts hatte im August 2011 für einigen Wirbel im Handel gesorgt.

Der OGH gab der Klage einer Kassierin recht, die von ihrem Arbeitgeber in der falschen Verwendungsgruppe eingestuft wurde und deshalb zu wenig Geld bekam. Zahlreiche Ketten, darunter Lutz, Kika, bauMax und Zielpunkt, reagierten auf das Urteil und stuften ihre Mitarbeiter in eine höhere Gehaltsklasse. Laut Gewerkschaft waren bis zu 30.000 Kassierinnen und Kassiere falsch eingestuft. Im Einzelhandel arbeiten rund 280.000 Menschen, etwa die Hälfte davon nach Schätzung der Gewerkschaft an der Kasse.

Publiziert am 18.10.2012