Nobelpreis an Mo Yan löst Streit aus: Juror befangen?
Zwischen Stockholmer Medien und Nobelpreisjuroren ist ein heftiger Streit über den diesjährigen Literaturnobelpreis an den chinesischen Schriftsteller Mo Yan (57) ausgebrochen.
Eine Woche nach Bekanntgabe der Entscheidung wies der Sprecher der Schwedischen Akademie, Peter Englund, Vorwürfe über angebliche eigene finanzielle Interessen eines Jurors an der Vergabe sowie zu politischen Positionen des Preisträgers in scharfer Form zurück.
Juror ehemaliger Übersetzer?
Er warf den Kritikern heute im Rundfunksender SR1 vor, nichts von Mo Yan gelesen zu haben. Deshalb könnten sie nicht literarisch Stellung beziehen und würden auf alle möglichen „Nebenthemen“ ausweichen.
In Medienberichten der vergangenen Tage hatte es geheißen, der 88-jährige Juror Göran Malmqvist sei befangen, weil er als Übersetzer von Mo Yan persönliche Vorteile von der Vergabe zu erwarten habe.
In Schweden wie auch international hatten einige Medien und Kommentatoren den Preis kritisiert, weil sie Mo Yan für zu loyal gegenüber der Partei- und Staatsführung in Peking halten. Dazu meinte Englund im Rundfunk: „Das ist ein literarischer Preis. Wir können es nur so handhaben.“ Man dürfe China aber auch nicht einfach in „Regierungstreue“ und „Dissidenten“ einteilen.
Publiziert am 18.10.2012