Rosneft will sich um 21 Mrd. Kontrolle über TNK-BP sichern

Im Milliardenpoker um den russisch-britischen Ölförderer TNK-BP treibt der russische Staatskonzern Rosneft eine Übernahme des Gemeinschaftsunternehmens voran.

Der einflussreiche Rosneft-Aufsichtsratsboss Igor Setschin verhandle in London mit der BP-Spitze über den Kauf der BP-Anteile in Höhe von 50 Prozent für umgerechnet gut 21 Mrd. Euro, berichteten Medien.

Das Energieministerium in Moskau gab bereits grünes Licht. Mit dem Deal würde Rosneft die russische Ölproduktion kontrollieren und zugleich zum Weltmarktführer aufsteigen.

Wie eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte, kauft Rosneft um umgerechnet gut 21 Mrd. Euro den 50-prozentigen Anteil, der sich derzeit im Besitz von vier Oligarchen befindet.

Streit über Arktis als Auslöser

Der BP-Konzern hatte seine Hälfte an dem Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP bereits im Juni zum Verkauf gestellt. Hintergrund waren heftige Streitereien zwischen BP und den Oligarchen, die sich zu dem Konsortium AAR zusammengeschlossen haben.

Darin geht es um lukrative Förderquellen in der Arktis, wo Experten ein Fünftel der weltweit noch unentdeckten Ölvorkommen vermuten. BP wollte bei der Erschließung von Feldern in der Region mit Rosneft zusammenarbeiten. AAR jedoch bestand darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP dort mit Rosneft Öl fördert.

Rosneft hatte Interesse am BP-Anteil am Joint Venture angemeldet. Ursprünglich war aus dem Umfeld der vier russischen Milliardäre verlautet, dass diese ebenfalls BPs Hälfte am Unternehmen kaufen wollen.

„Es wird kein Monopol geben“, sagte Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge. Rosneft-Chef Setschin ist ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, der sich für das Geschäft ausgesprochen hatte.