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„USA wollen Signal senden“

Im laufenden Machtspiel Chinas mit mehreren asiatischen Ländern im Südchinesischen Meer lassen nun auch die USA ihre Muskeln spielen. Wie am Samstag bekanntwurde, wurde der atomar betriebene Flugzeugträger „USS George Washington“ in die Region entsandt.

Die Mission des Kriegsschiffes ist laut Beobachtern als klare Machtdemonstration Washingtons gegenüber Peking zu verstehen. Nach Ansicht des US-Militäranalysten Denny Roy wollen die USA „ein Signal senden“ und deutlich machen, dass sie sich langfristig in der Region engagieren wollen.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Dominanz Chinas in der Region änderten die USA bereits ihre Militärstrategie und verstärkten ihre Militärpräsenz in der Asien-Pazifik-Region zuletzt deutlich. Gleichzeitig schmieden die USA wirtschaftliche und militärische Bündnisse mit kleineren Staaten in der Region, die darin einen Schutz vor der wachsenden Dominanz Pekings sehen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta rechtfertigte den Strategiewechsel mit der „wachsenden Bedeutung“ der Region für die Wirtschaft und Sicherheit Amerikas.

Japan verzichtet auf Militärmanöver

China ist derzeit wegen der Zugehörigkeit einiger Inseln in Streitigkeiten mit Vietnam, den Philippinen und anderen Ländern verstrickt. Im Ostchinesischen Meer eskalierte zuletzt der Streit um eine Inselgruppe, die neben Taiwan vor allem von Japan beansprucht wird. China selbst hatte erst am Freitag ein Manöver im Ostchinesischen Meer abgehalten. In einer von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zitierten Mitteilung der Marine hieß es, die Streitkräfte übten Einsätze „zur Verteidigung der territorialen Souveränität und maritimer Interessen“.

Angesichts des angespannten Verhältnisses zu China will Japan unterdessen sein Vorhaben aufgeben, in einem Manöver mit den USA die Rückeroberung einer besetzten Insel zu üben. Die Regierung in Tokio wolle die Militärübung absagen, weil diese China verärgern könnte, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Freitagabend unter Berufung auf Regierungsquellen.

Laut früheren japanischen Medienberichten sollte die Übung auf der unbewohnten Insel Irisunajima Teil eines großen gemeinsamen Manövers der japanischen und der US-Armee Anfang November sein. Dabei sollte die Eroberung einer von fremden Invasoren besetzten Insel mit Hilfe von Marine und Luftwaffe geprobt werden. Wie die sowohl von China als auch von Japan beanspruchte Inselgruppe - in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt - liegt Irisunajima im Ostchinesischen Meer, allerdings Hunderte Kilometer von dem umstrittenen Archipel entfernt.

Strategische Bedeutung

Die von Japan verwaltete unbewohnte Inselgruppe liegt strategisch günstig, und es werden größere Erdöl- und Erdgasvorkommen auf dem Meeresgrund vermutet. Vier der fünf Inseln, die auch von Taiwan beansprucht werden, waren bisher in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die japanische Regierung kaufte im September drei der Inseln, woraufhin es diplomatische Proteste aus Peking und teilweise gewaltsame Demonstrationen in China gab. Bei den Protesten wurden auch japanische Restaurants, Geschäfte und Autos demoliert, zudem wurde zum Boykott japanischer Produkte aufgerufen.

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