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Großteil von Marine künftig im Pazifik

Mit einer geplanten Verlegung des überwiegenden Teils ihrer Seestreitkräfte in den Pazifikraum steuern die USA auf einen neuen Konflikt mit China zu. US-Verteidigungsminister Leon Panetta kündigte im Juni bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur an, bis zum Jahr 2020 rund drei Fünftel der US-Marine in der Region stationieren zu wollen.

Die Stärkung der Präsenz in der Region und eine vertiefte Kooperation mit dortigen Staaten seien Ausdruck eines „dauerhaften und durchdachten“ Bestrebens, die Rolle der USA in einem für ihre Zukunft wichtigen Bereich auszubauen, sagte Pentagon-Chef Panetta. Während die US-Marine derzeit etwa hälftig im Pazifik und im Atlantik stationiert sei, solle sich das Verhältnis bis zum Jahr 2020 auf etwa 60 zu 40 Prozent ändern.

Flugzeugträger, Zerstörer und U-Boote

Die Verlegung der Seestreitkräfte ist Teil einer neuen Militärstrategie, die US-Präsident Barack Obama im Jänner vorgestellt hatte. Diese sieht zwar Einschnitte im Militärhaushalt vor. Panetta versicherte jedoch, auch wenn die Marine verkleinert werde, solle die Zahl der Schiffe im Pazifischen Ozean letztlich ansteigen. Unter den dort stationierten Schiffen sollten auch sechs Flugzeugträger sowie mehrere Zerstörer und Unterseeboote sein. Washington schaut mit Sorge auf den militärischen Aufstieg Chinas, das in den vergangenen Jahren insbesondere seine Seestreitkräfte aufrüstete.

„China zum Ziel gemacht“

China fürchtet angesichts der neuen US-Militärstrategie für Asien unterdessen negative Folgen für die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Die USA haben zwar offiziell betont, der Schritt bedeute nicht, das aufstrebende Land in seine Schranken zu verweisen. Dass sich die neue Strategie dennoch gegen China richte, sei dennoch „für alle klar zu sehen“, hieß es etwa in einem Kommentar der „Renmin Ribao“, dem Sprachrohr der regierenden Kommunistischen Partei. „Die USA bestreiten verbal, dass sie den Aufstieg Chinas begrenzen, doch während sie eine neue Sicherheitsordnung im Asien-Pazifik-Raum errichten, haben sie China unveränderlich zum Ziel gemacht.“

Der Kommentar fiel damit unverblümter aus als die offizielle Reaktion des chinesischen Außenministeriums. Ein Sprecher hatte die Strategie der USA als nicht zeitgemäß bezeichnet.

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Publiziert am 20.10.2012