TV: Gaddafi-Sohn bei Gefecht getötet

Ein Jahr nach dem Sturz des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi soll sein Sohn Chamis getötet worden sein. Das berichtete gestern der Fernsehsender Libya TV. Den Angaben zufolge starb der Sohn, der bereits während des Bürgerkrieges im vergangenen Jahr totgesagt worden war, bei einem Gefecht zwischen Milizionären in der Stadt Bani Walid.

Ein Reporter des TV-Senders, der bei dem Gefecht in Bani Walid verletzt worden war, sagte, er habe die Leiche von Chamis al-Gaddafi mit eigenen Augen gesehen. Bani Walid hatte 2011 zu den letzten Hochburgen der Truppen des Regimes gehört.

Chamis wurde 1983 geboren und kommandierte die berüchtigte Eliteeinheit der Regimetruppen. Seine Militärbasis in Tripolis fiel nach einem NATO-Luftangriff am 27. August 2011. Im vergangenen Jahr verkündeten die Rebellen fünf Mal seinen Tod. Tatsächlich wurde er aber offenbar erst jetzt getötet.

Ex-Sprecher Gaddafis festgenommen

Zum Jahrestag des Umsturzes wurde auch der frühere Sprecher Gaddafis festgenommen werden. Mussa Ibrahim sei in der Ortschaft Tarhuna rund 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gefasst worden. Die kurze Regierungsmitteilung bestätigte Gerüchte, die seit den Morgenstunden kursierten.

Der 38-jährige Ibrahim hatte den Posten des Gaddafi-Sprechers im März 2011 kurz nach dem Beginn der Revolte gegen den Machthaber übernommen. Über Monate lieferte er der internationalen Presse die Interpretation der Regierung zu den Ereignissen im Land. Gerüchte hatten besagt, dass er nach der Einnahme von Tripolis im August 2011 mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn nach Großbritannien geflohen war.

Kämpfe in Bani Walid

Unterdessen gehen die Kämpfe in der Wüstenstadt Bani Walid weiter. Neun Tote und 122 Verletzte seien bereits eingeliefert worden, sagte ein Verantwortlicher des Krankenhauses der nordöstlich gelegenen Stadt Misrata, in dem regierungstreue Kämpfer behandelt werden. „Die meisten Verletzungen wurden durch leichte Waffen verusacht, was auf Nahkämpfe in den Stadtvierteln schließen lässt.“

Publiziert am 20.10.2012