Südafrikas Polizei räumt Fehler bei Einsatz in Mine ein
Bei einer Anhörung in Südafrika zu dem tödlichen Polizeieinsatz während des illegalen Streiks in der Platinmine von Marikana hat die Polizei ihr „tiefes Bedauern“ geäußert.
Die Situation sei „außer Kontrolle geraten“, und das Vorgehen der Polizei sei womöglich „unverhältnismäßig“ gewesen, räumte der Anwalt Ishmael Semenya gestern ein. Allerdings hätten die Polizisten „keine mörderische Absicht“ gehabt.
Der Polizeianwalt Semenya sagte vor der Ermittlungskommission zu dem Einsatz in Rustenburg, Polizisten hätten ohne entsprechende Anweisung das Feuer auf die rund 3.000 streikenden Arbeiter am Rande der Mine eröffnet. Anschließend hätten sie Flüchtende verfolgt und getötet.
34 Arbeiter erschossen
Zugleich verwies er darauf, dass sich Polizei zuvor um „eine friedliche Auflösung“ der mit Macheten und Knüppeln bewaffneten Menge bemüht und schließlich in Selbstverteidigung gehandelt habe.
Bei dem Polizeieinsatz am Rande der Platinmine bei Rustenburg waren am 16. August 34 Arbeiter erschossen worden. Mindestens 16 der Tötungen waren live im Fernsehen zu sehen gewesen und riefen in Südafrika Erinnerungen an die Apartheid wach. Bei Auseinandersetzungen zwischen Arbeitern waren zuvor bereits zehn Menschen gestorben, darunter zwei Polizisten. Präsident Jacob Zuma ordnete nach dem Polizeieinsatz eine Untersuchung der Gewalttaten an.
Publiziert am 22.10.2012