Themenüberblick
Explosion in Militärfabrik
Informationsminister Ahmed Bilal Osman sagte, vier Flugzeuge hätten gegen Mitternacht die Al-Jarmuk-Fabrik im Süden von Khartum mit Geschoßen angegriffen und zwei Menschen getötet. Anhand der Sprengstoffüberreste seien Beweise gefunden worden, die auf Israel hindeuteten.
Feuer kilometerweit zu sehen
„Wir behalten uns das Recht vor, an einem von uns gewählten Ort und zu einer von uns gewählten Zeit zu antworten“, sagte der Minister. Außer den beiden Toten habe es einen Schwerverletzten gegeben. Durch den Angriff sei außerdem ein Teil der Infrastruktur der Anlage zerstört worden. Ein AFP-Reporter berichtete, in der Umgebung der Fabrik seien mindestens drei Häuser beschädigt worden. Auch an der Lagerhalle eines Getränkeherstellers gab es Sachschaden.
Nach Angaben der Behörden gab es in der Al-Jarmuk-Fabrik in der Nacht eine Explosion. Die Anlage geriet dadurch in Brand, das Feuer war kilometerweit zu sehen. Anrainer sagten der Nachrichtenagentur AFP, kurz bevor die Anlage explodierte und in Flammen aufging, hätten sie über der Fabrik ein Flugzeug oder einen Flugkörper gesehen.
Waffenumschlagplatz für Darfur
Die Militärfabrik gehört zur staatlichen Industriegruppe al-Jarmuk. Die Schweizer Nichtregierungsorganisation Small Arms Survey hatte im September berichtet, al-Jarmuk diene als Umschlagplatz für Waffen und Munition aus China, die in die Unruheregion Darfur im Westen des Landes geliefert würden. Möglicherweise würden die Waffen in der Fabrik auch zusammengesetzt.
Im April 2011 hatte Khartum Israel vorgeworfen, mit Raketen und Maschinengewehren aus Hubschraubern ein Fahrzeug südlich von Port Sudan angegriffen zu haben. Israel nahm dazu nicht Stellung. Im Jänner 2009 gab es im Sudan an der Grenze zu Ägypten einen Luftangriff auf einen Konvoi aus Lastwagen, die offenbar Waffen für die im Gazastreifen regierende Palästinenserorganisation Hamas geladen hatten. Der US-Sender CBS berichtete später, die israelische Luftwaffe habe bei dem Angriff 39 Menschen getötet.
Links:
Publiziert am 25.10.2012